Archiv für

Vorher nicht.

Veröffentlicht in 30. Juli 2013

Verschwunden. Verschollen. Der Betonmischer. Steht immer dort wo er jetzt steht. Am Rand. Im Abseits. Dort wo er nicht stört. Ein fast vergessener Platz. Ungeschützt. Unbenutzt. Unbewegt. Tausendmal vorbeigelaufen. Nicht bewusst ignoriert. Vor sich hinrostend. Lautlos. Wenn mich jemand gefragt hätte – vermutlich hätte ich geantwortet »er steht an seinem Platz«. Es hat niemand gefragt. Entdeckt. Geschmückt. Wiederentdeckt – auch von mir. Und ich überlege mir wann wohl zuletzt benutzt? Es müssen Jahre her sein. 30? Mindestens. Beton angerührt für… wenn ich das nur noch wüsste. Eine Mauer? Ein Fundament? Absolut keine Idee. Aber ich erinnere mich an Benutzungstage. Als kleiner Junge. Waren immer etwas besonderes. Es wurde geschafft. Etwas gebaut. Nachhaltig. Betoniert eben. Links die Trommel. Befüllbar mit Sand, Wasser und Zement. Drehbar.…

Good Luck Mr Robinson

Veröffentlicht in 26. Juli 2013

Gefährliches Halbwissen. Historische Tatsache. Egal! Auf jeden Fall eine nette Geschichte, die da im Weltall rumgeistert…. We all remember the astronaut’s famous words; A small step for man… Somewhat later, on his first moonwalk Neal Armstrong stated: »Good luck, Mr. Robinson.« without any further comment. Later, NASA analysis of all speech came around to this comment and asked the astronaut what he meant in this statement. »Sorry, personal« was Mr. Armstrong’s reply. For more than 20 years no one could make him reveal the significance of these few words, until he was asked by a local show host at a charity show. »Well« Mr. Armstrong says »They’re both dead now and it can’t do them any harm now.« So he begins telling the host:…

Leute. I’m back!

Veröffentlicht in 15. Juli 2013

Mal wieder die Laufschuhe geschnürt. Mache ich ja ab und zu. Aber eine Startnummer an den Bauch gepinnt? Eher seltener. Meine „große“ Zeiten sind vorbei. Wobei manche mit Recht behaupten, dass die nie da waren. Aber lassen wir das. Jaja die Zeiten. Hecheln, Lechzen nach Bestzeiten. Nee… Nix mit Heul doch. Es war schön etwas schneller zu laufen oder zu können. Jetzt halt gemächlicher (nicht langsam!). Nicht unbedingt mehr Spaß – einfach kopf- und körpergerecht. Und mir ist pudelwohl dabei. Juli 2013. Herrlicher Sommerabend. Top Stimmung. Alles passt. Nur etwas zu lange im Café am Marktplatz gesessen. Zeit verloren. Nein – Gelassenheit gewonnen. Die Startblöcke bereits gut gefüllt. Und von der Seite rein… nee muss nicht. Also erstmal hinten anstellen. 60 Minuten-Hinweisschild. Habe ich…

Carpe Diem Doris

Veröffentlicht in 6. Juli 2013

Die Deutsche Sabine „Bine“ Lisicki ist im Finale von Wimbledon. In Erinnungen an einen früheren Heroen schnell mal in England als Doris Becker tituliert. Ihr erinnert euch. Tennis! Zwei Spielerinnen (natürlich auch ein Männersport) schlagen einen meist weißen Filzball über ein Netz. Null-Fünfzehn. Tie Break. Vorteil usw.. Leider etwas aus der Mode gekommen, seit die Deutschen weniger erfolgreich sind. Was heißt weniger. Es werden Turniere gewonnen. In Kitzbühel, Cincinnati (ja ich weiß wie man das schreibt…), aber eben nicht Wimbledon. Stadtteil von London. Das Tennis-Mekka. „Unsterblich“ werden. Alles, nein vieles ist vergänglich – nicht aber der Sieg auf diesem heiligen Rasen. Die Berlinerin Lisicki (eigentlich Troisdorf, aber wer kennt das schon) ist in einem packenden Halbfinale als Siegerin vom Platz gegangenen. Lisicki. In der…

Schnecke im Rückwärtsgang

Veröffentlicht in 5. Juli 2013

Berlin. Tag der Entscheidung im Bundestag! Tagesordnungspunkt u.a. die Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Die was?? Verkehrsminister Peter Ramsauer will das Verbot von Akkulichtern auf Fahrrädern kippen. Häää.. Die geplante Neuregelung lasse „Millionen von Radlern auf rechtssicherem Boden fahren, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen“, so Ramsauer. Aha. Hoppla! …eine Schnecke im Rückwärtsgang! Hand aufs Herz. Wusste gar nicht dass ich illegal unterwegs war. Immer in der Gefahr von einem Ordnungshüter abgestraft zu werden. Dabei stolz auf meine LED-Strahler. Vorne. Hinten. Und auf den Ventilen (so cute…). Obwohl diese Lampen seit nunmehr gefühlten 15 Jahren frei verkäuflich sind, haben es die verschiedensten Verkehrsminister, von einzig-und-allein-der-Auto-Wissmann über SPD-Papst-Münterfering, 1.FC-Saarbrücken-Klimmt, LKW-Maut-Bodewig (kann sich jemand an ihn überhaupt erinnern?), Gut-Mensch-Stolpe, ich-spiele-Cello-Tiefensee und jetzt Ramsauer, es anscheinend nicht geschafft,…

Mein Weg.

Veröffentlicht in 30. Juni 2013

Wer nicht sein Kreuz trägt und mir auf meinem Weg folgt, der kann nicht mein Jünger sein. Darum kann auch keiner von euch mein Jünger sein, wenn er sich nicht von allem trennt, was er hat. (Die Bibel, Lukas 14, Vers 27,33 nach NGÜ) Puhhhh. Was für ein Wort. Was für eine Forderung. Gefordert ist die radikale Nachfolge. Drei Beispiele: Im Laufe der langen Geschichte der Christenheit ist der Gedanke immer lebendig, dass radikaler Besitzverzicht und Askese ein Weg ist, Christus nachzufolgen. Um das Jahr 320 etwa, das Christentum war gerade unter Kaiser Konstantin Staatsreligion geworden, da gab es ein Buch, einen Bestseller, verfasst von dem einen Heiligen, nämlich Athanasius, der beschrieb in seinem Buch das Leben eines anderen Heiligen, nämlich Antonius, der wiederum hatte…

Gelb. Gelb. Gelb.

Veröffentlicht in 29. Juni 2013

Zum Auftakt der 100. Tour de France fährt der 25jährige Erfurter Marcel Kittel in das begehrte Gelbe Trikot. Erst der vierzehnte Deutsche im gelben Kittel (Danke BjG). Programmunterbrechungen. Die Arbeit steht still. Ähhh – die meinige. Der Hype ist Back? Deutschland in Gelb. In Erinnerung an Heinz-Florian Oertel und seinen bekannten Ausruf der Begeisterung über den zweiten Olympiasieg des Marathonläufers Waldemar Cierpinski 1980: „Männer, Väter habt Mut: Nennt eure neugeborenen Söhne heute Waldemar!“ Rufen wir heute: „Nennt eure neugeborenen Söhne heute Marcel!“ NEIN! Stop! Reißleine…. Lasst uns wirklichen Radsportfans unseren Sport. Wir brauchen und wollen euch Kurzjubler nicht. Chapeau Marcel. Und Marcel? Er lächelt. Ist fröhlich, freundlich und freut sich. Good Job. Und gut ist. Übrigens 1: Es wurden wirklich Söhne des Jahrgangs 1980…

À bientôt!

Veröffentlicht in 29. Juni 2013

Juli. Endlich ist es wieder soweit. Zum 100. Mal startet die Tour de France. Hurra. Und bevor über Strecke, Fahrer und Faszination gesprochen wird. Fällt das Unwort. Doping. Klar. Verbrecher. Ohne können die das doch gar nicht schaffen. Verseucht. Am Boden. Immer nur auf dem Radsport zu zeigen, ist sehr bequem. Es langweilt mich zwischenzeitlich. Wenn jemand mit Radsport nichts am Hut hat – ist das ok. Muss nicht. Ich will mich nur nicht dauernd rechtfertigen müssen, warum ich gerne Radsport schaue. Ich pflichte einem Leserbriefschreiber in der ZEIT bei: „Und wenn er EPO genommen hätte. Mir ist es egal. Ich fühle mich nicht betrogen. Mir ist klar, dort wo es um Macht, Geld und große Ehrungen geht, immer auf Teufel komm raus beschi..en…

Unwirklich.

Veröffentlicht in 21. Juni 2013

Es fliegen Steine … und Molotowcocktails. Tränengas hüllt den Gezi-Park und die angrenzenden Straßen in beißenden Nebel ein, Wasserwerfer zielen mit ihren Kanonen auf Demonstranten …
Und dann plötzlich. Musik. Klaviermusik. Ein Moment, in dem die Zeit für einen Augenblick still zu stehen scheint. Oder anders: In der ein Stück Ewigkeit in den Alltag bricht. Istanbul. Taksim-Platz. Plötzlich taucht der deutsche Pianist Davide Martello mit seinem Flügel auf und fängt an zu spielen. Inmitten dem Geplärre von Polizeisirenen, Wasserwerfern, politischen Diskussionen und Schlachtrufen, inmitten der angespannten Lage zwischen Signalen von Dialogbereitschaft und Knüppelpolitik sitzt da einer an den Tasten und tut etwas vollkommen unerwartetes. Es muss eine surreale, unwirkliche Stimmung gewesen sein, die sich an diesem Abend breit machte. Gegner wurden zu Publikum, die einen zogen die Gasmasken, die anderen die Helme ab, Demonstranten wie Polizisten lauschten der Musik – und vergaßen für ein paar Stunden, aufeinander los zu gehen. Davide Martello schrieb mit seinen Fingern auf den Tasten und verschaffte den Menschen ein, zwei Tage Pause. Letztendlich konnte er den Konflikt nicht lösen, aber wer weiß, was er in den Menschen bewegt hat?!

Beyond the Metal

Veröffentlicht in 18. Juni 2013

Beyond the Metal from Sidewayz Films on Vimeo.

Today I saw a silver pickup truck going down the road with a sticker on the lower right bumper. The sticker read “biker repellant” with and arrow pointing to the diesel exhaust pipe. That bumper sticker stirred a dormant anger and sadness in me.
I talked to my 37 year old brother Kevin almost every day. Kevin was my brother and my best friend. Often he told me stories from his daily bike commute to work. “Someone purposely tried to run me off the road today.” “Someone yelled ‘Get off the road’ and honked at me today.” “Someone threw an almost full can of soda at me today.” I finally asked him to stop telling me about the harassment. It was difficult to imagine that he was being treated this way. I often wondered if these drivers ever stopped and reminded themselves that the cyclist was a human being who had a mother, a father, a daughter, a wife, a sister and friends. Kevin was a kind and giving person. He genuinely loved helping others. He had a difficult life, but was one of the happiest people I have ever known. His smile was unforgettable.
On June 11th 2009, while riding his bike, Kevin was struck by a teen driver. He died in the early hours on June 12th.
In memory of Kevin, I would like to ask drivers to see the cyclist. Please give them the space, time and respect they deserve.
They are more than a machine.
Beyond the metal, they are a human being.
-Tanya Pavlis sister of Kevin Pavlis
*The people on the side of the road, in this video, are not actors. They are Kevin’s family, including his now 6 year old daughter, and friends.

Zachäus

Veröffentlicht in 18. Juni 2013

In gewissem Grad sind wir wirklich das Wesen, das die anderen in uns hineinsehen, Freunde wie Feinde. Und umgekehrt! Auch wir sind die Verfasser der andern; wir sind auf eine unheimliche und unentrinnbare Weise verantwortlich für das Gesicht, das sie uns zeigen, verantwortlich nicht für ihre Anlage, aber für die Ausschöpfung dieser Anlage. Wir sind es, die dem Freunde, dessen Erstarrtsein uns bemüht, im Wege stehen, und zwar dadurch, dass unsere Meinung, er sei erstarrt, ein weiteres Glied der Kette ist, die ihn fesselt und langsam erwürgt. (Aus: Max Frisch, Du sollst dir kein Bildnis machen!, 1981) Zachäus. Zolleinnehmer. Von kleiner Gestalt. Gesellschaftlich isoliert, weil er seinen Lebensunterhalt mit überhöhten Forderungen und Unterschlagungen bestreiten muss. Aus religiöser Sicht ein Gesetzesbrecher. Gefesselt und erwürgt. Lukas…

So sehn Verlierer aus

Veröffentlicht in 14. Juni 2013

Wie geht’s dir? Alles gut verkraftet? Mit die mir am meist gestellten Fragen der vergangenen Woche. Danke. Nein. Bin nicht krank. Keine OP. Keine Schmerzen. Fühle mich pudelwohl und gut. Beste Gesundheit (außer die altersübliche Zs. Naja ihr wisst schon was ich meine…). Wieso dann diese Nachfragen? Ich, nein wir haben ein Fußballspiel verloren. „Mhhh… Das ist natürlich tragisch.“ „Nein. Ist es nicht. (Pause) Nicht wirklich.“ „Selber gespielt?“ „Nein. Mein Team“. „Na denn…“ Nur einmal musste ich den in diesen Fälle gerne benutzten ultimativen Trösterspruch: »es ist doch nur Fussball..« hören. Dazu muss ich erklären, dass es für einen Fußballfan keinen blöder, unsäglich dümmeren Trostversuch als diesen gibt. Perfekt nachzulesen in dem Fußballbuch der Bücher: FEVER PITCH von Nick Hornby. Ein Buch, in dessen…