Beiträge aus der Kategorie “QuerBeet

Der Tag an dem Magnus Carlsen Weltmeister wird und ich im Wartezimmer sitze

Veröffentlicht in 29. November 2018

Zahnarztpraxis. »Bitte nehmen Sie im Wartezimmer platz«. Wartezimmer. Lebenszeiträuber Nummer 1. Was ein deprimierender Name für einen Raum. Lieber Carport als Garage. Gehen um zu Warten. Eng verbunden mit Langeweile. Platz nehmen. Wie ich diese Worte der freundlichen Sprechstundenhilfe liebe (#ironie). Ich weiss nicht, ob diese Berufsbezeichnung politisch korrekt ist. Vielleicht sagt man auch Dentist-Health-Care-Manager. Egal. Klingt ähnlich der Aussage der Spedition-Hotline (auch freundlich), dass der LKW unterwegs ist. Bedeutet, der kommt zwischen 8 und 20 Uhr. An einem beliebigen Tag. Halten Sie sich mal bereit. Und halten Sie durch, was nicht gesagt wird.Ich mache mich auf den Weg.Wartezimmer. Hoffend, dass niemand im Wartezimmer sitzt. Wenn du großes Pech hast, ist nichtmal ein Stuhl frei. Heute: Sagen wir mal so, Zwei von Acht.Was ist…

Vorsicht auf Radweg

Veröffentlicht in 14. August 2018

Ein Jugendhaus wird gebaut. Eine gute Sache. Ortsbedingt müssen Baustellenfahrzeuge über eine Radweg zu- und abfahren. Ist so. Tatsache. „…. über und den Radweg zu- und abfahren. Die Strecke wird mit entsprechenden Warn- und Hinweisschildern versehen. Wer auf dieser Strecke werktags mit dem Rad oder auch zu Fuß unterwegs ist, sollte besonders auf diesen Baustellenverkehr achten und mit dem Rad besonders vorsichtig und langsam fahren.“ Eine Mitteilung in der Zeitung im besten Verwaltungsdeutsch. Möglicherweise vorgegeben. Ein Verwaltungsakt wie man so gerne sagt.   Mir wäre folgende Formulierung deutlich lieber und wäre mal ein neuer Ansatz: „Liebe LKW-Fahrer. Auf dieser Strecke sind überwiegend Spaziergänger, Läufer und Radfahrer unterwegs. Bitte gebe auf sie acht. Fahre langsam und rücksichtsvoll mit deinem Brummi. Danke. Liebe Spaziergänger, Läufer und…

DSGVO mit Senf

Veröffentlicht in 25. Mai 2018

Wenn es vielleicht auch nicht der Form entspricht. Hier ein paar Anmerkungen unserseits, die wohl notwendig sein könnten. Wir akzeptieren und halten uns an alle Vorgaben, die diese Verordnung vorgibt. Weil es wichtig ist mit Dingen sorgfältig umzugehen. Sehr wichtig. Du bist wichtig. Das haben wir schon immer so gemacht. Nicht weil wir die Super-Checker sind. Nein! Weil es normal ist. Leider braucht es dazu einer Verordnung, weil dies manche nicht kapieren. Traurig genug. Nichts ist mehr schützenswert als die Freiheit. Wir speichern keine Daten um Newsletter zu versenden. Newsletter sind meist scheisse. Warum sollten wir das tun? Uns interessiert einen Scheiss von welcher Webseite Du kommst, wie lange Du verweilst und welchen Browser Du benutzt. Wir haben keine Lust und Zeit diese Daten…

Zebrastreifen

Veröffentlicht in 1. Februar 2018

Kürzlich standen ein Grevyzebra, ein einbeiniges Bergzebra und ein sehr schön gezeichnetes Steppenzebra zusammen. Das einbeinige Bergzebra verlangte zu sitzen. Dem Begehr gaben das Grevyzebra und das Steppenzebra statt, wünschten aber, dass das Bergzebra einen Witz erzählen sollte. »So haben wir nicht gewettet«, rief das einbeinige Bergzebra in die Runde und blieb weiterhin stehen. »Du bist total humorlos«, wetterten das Grevyzebra und das sehr schön gezeichnete Steppenzebra im Chor. Dann war Fütterung. Quelle: TAZ | Rubrik Das Wetter

Plusquamperfekt

Veröffentlicht in 2. Oktober 2017

Ab sofort lächle ich dich an. Wochenlanges überlegen. Europaweite Ausschreibung. Brainstorming. Flip-Charts. Ein Hin-und-Her. Abwägen. Erste Entwürfe. Bohnenkaffee aus großen Tassen. Festlegen. Anonyme Feldversuche und Beratungen. Waldspaziergänge – um einen klaren Kopf zu bekommen. Zweifel. Ist die richtige Zeit für den Wechsel? Doch lieber noch Warten. QUATSCH! War alles nicht notwendig! Idee: Brille, Ohren und Käppi. Umsetzung einfach. 1000 Dank an twistdesign. Tage des Wartens,  die sich gelohnt haben. Herrlich. Habe wirklich getestet. Vergelts an die Zwei. Einfach so. Ohne Vorwarnung. »…ich schmeiss mich weg……das ist gut!!«, war eine der Reaktionen. Mein erster Eindruck: bin GEFLASHT WOW…… YEAHHHHHH love it es sieht so »unfertig« aus…. wie ich und krumm…. Bin gerade glaube ich in mich selbst verliebt ;-) Krumm und unfertig. Was ist schon perfekt,…

untersommert

Veröffentlicht in 18. September 2017

DIE ZEIT macht seit Monaten eine Umfrage »Wie geht es uns?«. Mögliche Antworten: Gut/Schlecht. Und es wird nach einem Eigenschaftswort (Adjektiv – muss auch googeln) gefragt. In der Grundschule wird auch von einem Wie-Wort gesprochen. Was den Nagel ziemlich auf den Kopf trifft. Über eine Million Menschen antworteten und antworten auf ihr Wohlbefinden. Und geben einen Einblick wie sich ihr Zustand beschreiben lässt. Über 6.000 Wörter wurden genannt. Über 4.500 Wörter wurden bisher neu erfunden. Mein Lieblingswort »untersommert«. Auf die mir gestellte Frage »Wie geht’s?« antworte ich in den letzten Tagen mit »untersommert«. Und erkläre. Ist immer ein schmaler Grad zwischen, willst-du-mich-auf-die-Schippe-nehmen, Fragezeichen im Blick und einem Lächeln. Da mein Wesen und Denken nicht ganz unbekannt ist – ich bei Fremden eher freundlich vorsichtig agiere…

Zapfpistole

Veröffentlicht in 5. Juli 2017

Zum Abschied reicht mir die Kassiererin beide Hände über die Theke um sich zu bedanken. Was für eine Geste. Dabei – so finde ich – nichts ungewöhnliches. Irgendwo A7 zwischen Feuchtwangen und Ulm. Stau. Tankanzeige auf Reserve. Ich bin kein Freund von das-reicht-noch’n-Stück, vielleicht sogar ganz. Was den Benzinvorrat angeht ehe feiger Natur. Also raus in die Tanke. Alles voll. Warten. Drei Motorräder fahren weg. Ich hin. Richtige Seite. Sieht man übrigens bei neueren Fahrzeugen an dem kleinen Pfeil neben der Tankuhr. Lange nicht gewusst. Egal. Tank auf. Das Zapfventil – umgangssprachlich Zapfpistole genannt – ist über einen Schlauch mit der Zapfsäule verbunden. Ganz ehrlich. Tante Google. Wusste im ersten Moment nicht wie das Teil heißt. Rein damit in den Tankeinfüllstutzen. Tut sich nichts.…

Arschloch-Dichte

Veröffentlicht in 27. Mai 2017

Auch wenn die U-Bahn voll ist: Kirchentag ist super. Hier kommen die Leute zusammen, die etwas ändern wollen und noch Sinn im Sein suchen. Wunderbar beschrieben, geschildert wie auch immer in der TAZ von Bernhard Pötter! Ach Gottchen – der Unterricht an den Schulen fällt aus! Die U-Bahn ist voll! In den Turnhallen riecht es nach Schweiß! Das Gemaule über die Protestanten, die Berlin fluten, gehört in der Hauptstadt des Meckerns fast schon zum guten Ton. Aber es geht nicht ums Deo. Sondern ums Deo Gratias – Gott sei Dank haben wir sie, die Halleluja-Schlümpfe. Die freundliche Übernahme Berlins durch die singenden, tanzenden und manchmal nervenden mehr oder weniger Gläubigen ist das Beste, was der Stadt passieren kann. Bei Kirchen- und Katholikentagen ist die Arschloch-Dichte…