Posts from the “BallZauber” Category

und hüpfen

Posted on 14. Dezember 2016

Gelbe Warnlampe geht an. Tank leer. X Kilometer noch möglich. Im Leben habe ich nicht das ganz große Sicherheitsbedürfnis. Wenig mehr wäre gut. Nicht aber wenn ich an den Sprit im Tank denke. Das X als unbekannte Größe. Irgendwo im nirgendwo stehen bleiben. So erlkönig-ähnlich »wer reitet so spät« ist nicht mein Ding. Also Alarm. Tanke suchen.  Meine Stamm-Tankstelle bietet sich an. Ohne Umweg. Abends ja günstiger. Meine ich. Angesteuert. Kurz auf die Preisanzeige geschaut. Literpreis ansteigend. Aus ökologischen Gründen nach wie vor zu billig. »Eins-vierzehn-neun» der Preis für LKW-Diesel ganz unten stehend. Naja. Ein Cent mehr. So üblich. Denke ich. Alternativlos. Ran an die Zapfe. Klappe auf. Rein den Hahn. Warten auf das Freigabegeräusch. Sekunden. RatterRatter. Die Anzeige nullt sich und der Literpreis…

Faites votre jeu

Posted on 29. Oktober 2016

Der Begriff Derby bezeichnet eine Austragung im Mannschaftssport, bei der zwei meist rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinandertreffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse häufig eine hohe symbolische Bedeutung. Punkt. Nein. Ich gehe Sonntag nicht nach Karlsruhe. Nicht in den Wildpark. Ich fahre auch nicht oder sonst irgendwie. Sonntag spielt der Karlsruher SC gegen den VfB Stuttgart. Ein brisantes Spiel bei dem der sonst schon besonnene Ministerpräsident Winfried Kretschmann (VfB-Mitglied) zu Besonnenheit aufruft. Es gibt im Fußball »die« Spiele mit Brisanz. Das ist auch gut. Was besonderes. Wir Fans fiebern dem entgegen. Es ist die Sahne, der Zucker und das Salz zugleich. Alles in einem. Es gibt Spiele, bei denen selbst sonst ruhige Zeitgenossen aus sich raus fahren. Beleidigungen, Schadenfreude und Schmähgesänge möglich…

Ein Fisch namens Großkreutz

Posted on 13. Oktober 2016

Ein Orkan. Die Zuschauer geben alles. Die Augen leuchten. Es wird geschrieen, geklatscht, ein Lärm, als ob ein Tor gefallen sei. Was ist passiert? Kevin Großkreutz wird in der 75. Minute beim Stand von 1:1 gegen Heidenheim eingewechselt. Die Zuschauern feiern ihn, als ob er schon 111 Spiele für den VfB entschieden hat. Aber er hat bis dahin noch kein Tor geschossen, gerade einmal zehn Spiele für den VfB absolviert. Großkreutz ist ein Phänomen. Normalerweise werden Spieler dafür geliebt, weil sie mit dem Ball Sachen anstellen können, die einzigartig sind, weil sie besonders gut passen, verteidigen oder Tore schießen können. Großkreutz kann nichts besonders gut. Wahrscheinlich ist es gerade das, was wir an ihm mögen. Denn wir erkennen uns in ihm wieder. Er ist…

Piss-Mannschaft

Posted on 9. April 2016

Geredet wird diese Woche über die Prozesshanseln des FC Bayern. Wie zu lesen war, hat Dieter Schatzschneider einer Einstellung des Verfahrens mit dem Aktenzeichen 465 JS 115270/16 gegen eine Geldbuße in Höhe von 2.000 Euro für einen guten Zweck zugestimmt. Der ehemalige Stürmer von Hannover 96 hatte den FC Bayern als »Piss-Mannschaft« bezeichnet. Die Münchner haben ihn daraufhin wegen Beleidigung angezeigt. Schatzschneider hätte die ganze Mannschaft beleidigt, 37 Personen, hieß es aus München. Wir sind grundsätzlich froh, dass nun geklärt ist: den FC Bayern darf man nicht »Piss-Mannschaft« nennen. Aber wir fragen uns auch, ob die Bayern-Mitarbeiter nichts Wichtigeres zu tun haben? Eine Villa für Carlo Ancelotti suchen? In den Dialog mit Katar treten? Verteidigen üben? Fast wundert man sich, warum die Bayern nicht den…

Peppenhoven

Posted on 4. März 2016

Peppenhoven. Nie gehört. Irgendwie dort gelandet. Man kann es Zufall nennen. »Was hat dir an dieser Raststätte nicht gefallen«, fragt Mitfahrer Axel als wir an einer vorigen vorbeidüsen. Mit Recht. Eigentlich sollte der Raststop früher stattfinden. Zeitlich nicht definiert. Nur halt irgendwann. Und notwendig. Wir befinden uns auf der A61 Richtung Venlo. Holland. Auf dem Weg nach Mönchengladbach. Deutschland. Genauer Nordpark. Borussia Mönchengladbach. Borussia ist das lateinische Synonym für Preußen. Wir spielen auswärts. Unter der Woche. 779 Kilometer entfernt. 1500 mitgereiste Fans. In die andere Richtung gefahren siehst du nach dieser Strecke das Mittelmeer. Wir wollen Fußball sehen. Strecken uns nach einem guten Spiel. Die Frage nach dem »sich lohnen« stellt sich nicht. Auch im Nachhinein nicht, wenn der Mensch angeblich klüger ist. Blaues…

Blau ist Bielefeld

Posted on 31. Oktober 2015

Ein Autobahnparkplatz mit Raststätte in Nirgendwo. Ein Polizeikastenwagen. Zwei Busse voll mit vollen Fußballfans. Eine Hütte in Entfernung. 30 Minuten Pause. Und pissende Männer. Nicht Pinkeln. Pissen. Kein SaniFair. Raus aus dem Bus. Und dem kleinen Manne die große weite Welt zeigen. Und Pissen. »Übel krass«, sagt mein Gegenüber im Bus um halbsieben. Treffend. Irgendwie ein wohl gewohntes Bild. Scheint niemand zu stören. 360 Grad Pissen. Mich schon. Überzahl macht es nicht gewöhnlich. Für mich keine Option. Ich wähle SaniFair und mit meinem 50-Cent-Gutschein einen überteuerten Cappuccino. Die Hütte ist achtzig Meter von der Parkfläche weg. Am Waldrand gelegen. Eine Hütte in der Art, dass pinkelnde Männer in Unterzahl dort Zuflucht für ihre Erleichterung finden. Schamgefühl. Gewöhnlich. Und Graffitis. Auch ein gewohntes Bild. Und…

Zorn. Zornig. Zorniger

Posted on 23. September 2015

Der Kernsatz zum Reporter in der Übersetzung: »Du bist ein richtig Guter«. Endlich wieder ein Typ. Dazu schwäbisch. Hey Leute. Volk. Wir sind ein schwäbischer Verein. Das hat nichts mit Landesdünken zu tun. Nichts mit Baden und Württemberg und/oder dem Rest der Republik. (Übrigens kann ich  und/oder in etwa so leiden wie Magenweh). Das ist Basisarbeit. Zurück zu den Wurzeln. Lass die großen (?) Clubs Merch-Shops in der 5th-Avenue oder Dubai eröffnen. Sollen sie. Ich brauch und vermisse das nicht. Nicht im geringsten. Wir Schwaben sind das nicht. Lieber Bietigheim-Bissingen als Shanghai. Geerdet. Ab und zu Höhensprünge. Von Flügen zu sprechen wär vermessen. Trotzdem selbstbewusst. Klar ist alles scheisse wenn du nur verlierst. Vermeintlich. Aufstehen und Mund abputzen. Kämpfen und Siegen. Ist DAS verinnerlichte Motto der letzten Jahre. Wir wollen keine Geschenke. Wollen es uns verdienen. Das ist urschwäbisch. Schaffe, schaffe… sagten unsere Väter und Urgroßväter. Und Mütter!

Jetzt dieses Interview. Des Trainers großartige Antworten. Sympathisch. Hat das Zeug zur Legende. Verbunden mit dem Wunsch »Lasset die Punkte zu uns kommen. Wehrte ihnen nicht«. Müssen nur Eintüten. Manchmal ist Leiden schön. VauEffBee ich steh zu dir. Nur mal wieder zu gewinnen wäre schon schön. Und insgeheim wollen wir alle gut sein. Ein Guter eben, wie unser Reporter.

Die Dimension der Genügsamkeit

Posted on 16. September 2015

Klar ist es müßig darüber nachdenken was wäre wenn. Warum pfeift die einen der Kircher und die anderen eben nicht. Die einen lassen ab Minute siebzig die Köpfe hängen. Die anderen holen die letzten Prozente aus sich raus. Und biegen das Ding um. Selbst eine »dieser-Elfmeter-ist-ein-Witz« Situation musst du erst erzwingen. Ballgeschiebe um die Mittellinie herum treibt mich zum Wahnsinn. Passiert nichts. Selbst mit Dusel und Fußballgott nicht. Ich glaube auch nicht, dass es dieses viel besungene Aufrecht-Berg-am-Laim-Gen ist. Es ist der Unterschied zwischen Sport, Leistungssport und Spitzensport. Die Dimension der Genügsamkeit. Ich tue mich am Berg schwer. Auch in der Ebene – was Geschwindigkeit angeht. Diese ist natürlich frei definierbar. Wie so vieles. Habe nicht das Killer-Gen. Nie gehabt. Ankommen ist das Ziel.…