Peppenhoven. Nie gehört. Irgendwie dort gelandet. Man kann es Zufall nennen. »Was hat dir an dieser Raststätte nicht gefallen«, fragt Mitfahrer Axel als wir an einer vorigen vorbeidüsen. Mit Recht. Eigentlich sollte der Raststop früher stattfinden. Zeitlich nicht definiert. Nur halt irgendwann. Und notwendig. Wir befinden uns auf der A61 Richtung Venlo. Holland. Auf dem Weg nach Mönchengladbach. Deutschland. Genauer Nordpark. Borussia Mönchengladbach. Borussia ist das lateinische Synonym für Preußen. Wir spielen auswärts. Unter der Woche. 779 Kilometer entfernt. 1500 mitgereiste Fans. In die andere Richtung gefahren siehst du nach dieser Strecke das Mittelmeer. Wir wollen Fußball sehen. Strecken uns nach einem guten Spiel. Die Frage nach dem »sich lohnen« stellt sich nicht. Auch im Nachhinein nicht, wenn der Mensch angeblich klüger ist.
Blaues Schild. Raststätte 5 Kilometer. Die wird’s. Ich fahr jetzt raus. So einfach kommst du nach Peppenhoven. Und die Raststätte ist chic. Neu gebaut. Erste Fans. Zwischen Sandwich, Bier und SaniFair. Lecker Backfisch-Brötchen. Cappuccino groß für 3,99 €. Nee – oder? Wobei groß noch eher klein ist. Schwer vorstellbar wie klein der Cappuccino in klein wirklich ist. Wenn je eine Handvoll italienischer Tifosis auf ihrem Weg zum Fussballschauen das Verlangen auf einen italienischen Autostrada-Café haben sollten. Möglicherweise auswärts entlang der A61. In Peppenhoven landen. Schlagzeile: Tifosi rasten im Rasthaus aus. Ist denkbar. Es kann ob der Cappuccino-Preise böse enden.
Böse wie unser Spiel. Mehr möchte ich darüber nicht verlieren. Wir haben. Und zwar deutlich. Umgerechnet in Höhe des großen Cappuccinos. Inklusive Trinkgeld. 1 Cent. Mehr war nicht drin. Im Spiel auch nicht. Der Gegner war richtig fies und ließ uns nicht teilhaben. Das ist positiv ausgedrückt. Was schwer fällt. Im Nachhinein bin ich froh, dass das Trinkgeld bescheiden ausfiel.
Ich rede mir ein, dass der Preis des Cappuccinos in keinem Verhältnis zum Ausgang des Spiels, zur Anzahl der Tore (vierzunull) stand. In keinem. Es muss Zufall sein. Es ist Zufall – alles andere wäre Wahnsinn.

Ich überlege, wie ich meine Kauf-, Trink- und Essgewohnten vor Spieltagen anpassen kann. Tricksen. Ich tue alles für den Erfolg. Ansonsten geht es mir gut – ist alles ok.