Beiträge von Achim Seiter

… keine Freunde.

Veröffentlicht in 8. August 2020

Alles gepackt. Klamotte und das Rennrad. Aufgewacht. Tee. Stück Hefekranz. Ohne Rosinen. Bereit. Und doch nicht. Stur irgendwelchen Ideen hinterher zu hecheln? Zwang oder Freiheit?Bedingt durch die Corona-Pandemie hat sich bei mir vieles verändert. Kein Grund zu jammern. Ist so. Neben der gewonnenen Mehrzeit… Mehr Zeit gibt es nicht. Zeit ist immer Zeit. Immer gleich lang. 60 Sekunden eine Minute. Minute zu Stunde. Stunde zu Tag und Woche, Monat und Jahr. Neben der gewonnenen Zeit andere Dinge zu tun als das Gewohnte. Statt Moderation – den Ort zu besuchen. Mit dem Fahrrad. Orte, wo ich sonst in anderer Funktion gewesen wäre. Die Veranstaltungen abgesagt.Heute steht Ravensburg auf dem Plan. Der Triathlon am Flappach-Bad. Alles gepackt. Die Klamotte. Das Rennrad. Aufgewacht. Mitten in der Nacht.…

#1000

Veröffentlicht in 28. Juli 2020

Es war der 17. Oktober 2017. Die Diskussion um die „take a knee-Aktion“ des Colin Kaepernick (Quarterback der San Francisco 49ers) nehmen zu. Es ist ein Symbol des Widerstandes gegen rassistische Gewalt. Ein Akt während des Abspielens der US-Nationalhymne. Am 14. Oktober 2017 kniet das Fußballteam von Hertha BSC vor Anpfiff des Heimspiels gegen Schalke 04 ab. Als Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Verantwortung. Die Bild-Zeitung (und nicht nur die) schreibt „dumm und unangebracht“. Für mich der Anfang jeden Tag ein Bild auf einer privaten Fotodatenbank zu veröffentlichen. So eine Art Fototagebuch. Meine Begründung in 2017: Der Anfang einer Idee: Ich werde jeden Tag und zu jeder Zeit ein Knie nehmen. Gegen Rassismus. Für die Freundschaft. Für die Menschenwürde. Und für Menschenrechte. Im Sinne…

schieben

Veröffentlicht in 12. Mai 2020

Von Gut Stikelkamp nach Holtland (Etappe 5) Dominik ruft an. Bin fast fertig mit dem Aufbau. Ein Sportplatz wo alles begann. Den Erfinder des Ossiloop lerne ich dort kennen. Von weitem. Übte mit Jugendlichen den Hammerwurf. Könnte so gegen Viertel nach 5 Uhr gewesen sein. Es ist was passiert. Herz. Unfall. Intensivstation. Koma. Eine unglaublich irreale Zeit. 10 Jahre her. Ein Wahnsinn. Versuche zurückzuschauen, zu erinnern was alles gewesen ist. Vergangenes – mit welchen Auswirkungen auf das heute. Es ist nie alles gut. Es ist nie alles schlecht. Nie … das Wort gibt es eh nicht. Man wirft mir zu Recht vor zu „think pink“ zu sein. Was kann ich in welcher Situation auch immer Gutes abgewinnen. Suche damit nach dem Kleinen, um für…

nomm ond romm

Veröffentlicht in 8. Mai 2020

Von Holtrop nach Bagband (Etappe 4) Der Ossiloop ist mir ans Herz gewachsen. Sagen Menschen so, wenn ihnen etwas besonders gefällt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Aufwand dafür – der schließlich auch zum „Ende“ geführt hat, beträchtlich.In den Anfangsjahren bin ich meist unter der Woche vor Ort geblieben. Meist auf dem Dünencamping-Platz in Bensersiel. Eine herrliche Zeit. Wenig los und das Meer – wenn es mal da war. Gefühlt wegen der Gezeiten mehr weg als da. Isso. Ebbe und Flut. Schöne Spaziergänge im Watt. Barfuß. Arbeiten und Leben im Wohnmobil. Ein ganz eigener Rhythmus.An den Wochenenden immer nach Hause gefahren – weil andere Arbeit wartet. Sprich: Mit den Systemern per Sprinter nach Köln-Deutz fahren. Gegen 2 Uhr in der Früh da. Kleiner Walk über…

Welche Freiheit meinst du denn

Veröffentlicht in 5. Mai 2020

Von Aurich nach Aurich (Etappe 3) Danke Andi für das aufmunternde „Achim, du bist auch schon schneller gelaufen“ auf meinen letzten 500 Meter. Das tat richtig gut – wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Während eines Laufes sind die Gedanken frei. Träumen erlaubt. Die 10k (9,7k ist kein vergleichendes Streckenmaß) unter 60 Minuten laufen. Gleich zu Beginn bin ich am hiesigen Gummiplatz (freut sich jemand) vorbei gelaufen. Großflächig abgesperrt wegen Covid-19. Auf das Verbotsschild ist „Freiheit verboten!“ in schwarzen Buchstaben gekritzelt. Schöne Schrift. Beschäftigt mich über weite Teile des Laufens und macht meine sportliche Belastung weniger spürbar. Abgelenkt. Idealfall. Über welche Freiheit sprechen wir noch gleich? Es beschäftigt mich diese Tage sehr, welches Denken Menschen umtreibt. Was und wie sie sich äußern.…

Meer, mehr und weniger

Veröffentlicht in 1. Mai 2020

Von Dunum nach Plaggenburg (Etappe 2) Laufe am Neckar entlang. Irgendwer hat ein kleines Segelboot festgemacht. Verzurrt. O wie schön, denke ich. Hat fast schon was von Meer. Flüsse fließen irgendwann dorthin. Mit Umwegen. Stetig. Der Wind passt auch ganz gut. Auch die Geraden. Der Ossiloop verläuft weite Teile auf dem Ostfriesland-Wanderweg. Ziemlich gerade. Kaum Steigung. Bin in den Jahren – wenn es die Zeit erlaubte – unter der Woche „oben“ geblieben. Mein Bewegungsraum ist auf die Größe eines kleinen Wohnmobils begrenzt. Gewöhnlich mehr Platz gewohnt. Habe die Enge – das Leben und Arbeiten – lieben gelernt. Sich begrenzen lernen.Der Ablauf an den Lauftagen spielt sich ein. Den Systembetreuern letzte Infos geben. Am Zielort aufbauen. Mit den Jahren weisst du welche Steckdosen nutzbar sind…

Wenn schon – denn schon

Veröffentlicht in 28. April 2020

Von Bensersiel nach Dunum (Etappe 1) Klingeln. Telefon. Es gibt da einen Lauf im Norden. Hättest du Lust für die Zeitnahme verantwortlich zu sein? Ja klar. Allein nur um meine Neugierde zu stillen. Wo? Ostfriesland. OK. Wann? Mai.Ostfriesland kenne ich bisher von Otto, Theo, einer Radtour als Jugendlichem und von den Witzen. Angeblich trinken die Ostfriesen Tee. Viel Tee. Friesisch-herb. Und windig. Flach und Meer.6 Etappen. 3 Wochen. Gelaufen wird immer abends. Dienstags und freitags. Von Leer nach Bensersiel. Auf die Frage: Nein. Weder noch. 628 Kilometer. Köln ist in der Mitte.Sicherheitshalber fahre ich am Abend zuvor los. Was sich als klug erweist. Fahre bis zu einem McDonalds an der A31. Dieser wird in den nächsten Jahren meine Anlaufstelle sein. Ab hier ist es…

Pizza um 12.

Veröffentlicht in 19. März 2020

Peinlich oder witzig. Das ist die Frage. Sometimes. Wenn du schwer von Begriff bist. Also ich. Oder es kommt anders als du denkst. Wie heute. Mein Auftrag klar definiert: Pizza für die Familie bestellen. 12 Uhr. Bestellung im Ort. Ich möchte ja in diesen CoronaVirus-Zeiten die lokale Gastronomie stärken. Der Pizzeria-Besitzer ist mir seit klein auf bekannt. Ich will nicht warten müssen. Also kurz ne WhatsApp schreiben. Macht man heute so. Und sagt man so. Obwohl WhatsApp im eigentlichen Sinn ja eine Anwendung ist. #isso. Punkt. Dann passiert folgendes: ICH: Hi Mahir, ich möchte gerne auf 12 Uhr 8 Pizzen bestellen. 2x Margherita / 2x Pilze/Schinken / 2x Salami / 2x Thunfisch ok?NICHT ICH: haha wtf 😂klappt?hää.?😂AbholunghäKauf dir deine Pizza im Kühlregal 😂Bin Kontaktpersonhäsieht…