Beiträge von Achim Seiter

SOMEWHERE OVER THE RAINBOW

Veröffentlicht in 27. September 2020

Es kommt die Zeit, da musst du raus. Das innere Verlangen. Der Anflug von Unzufriedenheit. Den Ablauf des Tages zu kennen. Und das Finale. Und den Ausgang. Bereits am Mittag. Und du änderst nichts. Und am Abend war es genauso, wie du es dir vorgestellt hast. Bereits am Mittag. Es geht nicht um gut oder nicht gut. Es geht um den Drang nach draußen. Freitag war es soweit. Dem Plan folgend. Wenn überhaupt Plan. Dinge erledigen. Abhaken. Wohl wissend, dass neue Aufgaben entstehen. Auch daraus. Arbeit geht nie aus. Was ein Wortspiel. Und „fertig“ sein – nein auch unvorstellbar.Und JA. Ich habe sie noch. Die To-Do-Liste. Sogar zwei. Zwecks des Vergessens. Der Angst etwas nicht zu erledigen. Nicht rechtzeitig. Nicht zu vertrauen darauf, dass…

Eier

Veröffentlicht in 18. August 2020

Ich sitze am Küchentisch. Das große Fenster ermöglicht mir den Blick auf meine Straße. Ich sitze nicht dem Fenster zugewandt. Aber eine kleine Kopfdrehung nach rechts verschafft mir Überblick über einen kleinen Bereich „meiner“ Straße. Eine Straße in der wenig los ist, bis gar nix. Ich wohne gerne hier.Alles im Rhythmus. Ich sehe Menschen die zu sehr ähnlichen, fast gleichen Zeiten durch die Straße laufen oder aus ihren Garagen heraus kurven. Täglich. Außer Sonntag.Nicht dass ich das Super-Eye bin, der alles abspeichert und spioniert. Aber ich habe ein Gefühl und ein Erinnerungsvermögen für Wiederholungen. Manche Menschen nennen es Rituale. Obwohl ich mir nicht sicher bin ob Menschen Automationen als Rituale wahrnehmen. Da eher unbewusst. Und freue mich daran. Selbst wenn eine lange Zeit dazwischen…

… keine Freunde.

Veröffentlicht in 8. August 2020

Alles gepackt. Klamotte und das Rennrad. Aufgewacht. Tee. Stück Hefekranz. Ohne Rosinen. Bereit. Und doch nicht. Stur irgendwelchen Ideen hinterher zu hecheln? Zwang oder Freiheit?Bedingt durch die Corona-Pandemie hat sich bei mir vieles verändert. Kein Grund zu jammern. Ist so. Neben der gewonnenen Mehrzeit… Mehr Zeit gibt es nicht. Zeit ist immer Zeit. Immer gleich lang. 60 Sekunden eine Minute. Minute zu Stunde. Stunde zu Tag und Woche, Monat und Jahr. Neben der gewonnenen Zeit andere Dinge zu tun als das Gewohnte. Statt Moderation – den Ort zu besuchen. Mit dem Fahrrad. Orte, wo ich sonst in anderer Funktion gewesen wäre. Die Veranstaltungen abgesagt.Heute steht Ravensburg auf dem Plan. Der Triathlon am Flappach-Bad. Alles gepackt. Die Klamotte. Das Rennrad. Aufgewacht. Mitten in der Nacht.…

#1000

Veröffentlicht in 28. Juli 2020

Es war der 17. Oktober 2017. Die Diskussion um die „take a knee-Aktion“ des Colin Kaepernick (Quarterback der San Francisco 49ers) nehmen zu. Es ist ein Symbol des Widerstandes gegen rassistische Gewalt. Ein Akt während des Abspielens der US-Nationalhymne. Am 14. Oktober 2017 kniet das Fußballteam von Hertha BSC vor Anpfiff des Heimspiels gegen Schalke 04 ab. Als Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Verantwortung. Die Bild-Zeitung (und nicht nur die) schreibt „dumm und unangebracht“. Für mich der Anfang jeden Tag ein Bild auf einer privaten Fotodatenbank zu veröffentlichen. So eine Art Fototagebuch. Meine Begründung in 2017: Der Anfang einer Idee: Ich werde jeden Tag und zu jeder Zeit ein Knie nehmen. Gegen Rassismus. Für die Freundschaft. Für die Menschenwürde. Und für Menschenrechte. Im Sinne…

schieben

Veröffentlicht in 12. Mai 2020

Von Gut Stikelkamp nach Holtland (Etappe 5) Dominik ruft an. Bin fast fertig mit dem Aufbau. Ein Sportplatz wo alles begann. Den Erfinder des Ossiloop lerne ich dort kennen. Von weitem. Übte mit Jugendlichen den Hammerwurf. Könnte so gegen Viertel nach 5 Uhr gewesen sein. Es ist was passiert. Herz. Unfall. Intensivstation. Koma. Eine unglaublich irreale Zeit. 10 Jahre her. Ein Wahnsinn. Versuche zurückzuschauen, zu erinnern was alles gewesen ist. Vergangenes – mit welchen Auswirkungen auf das heute. Es ist nie alles gut. Es ist nie alles schlecht. Nie … das Wort gibt es eh nicht. Man wirft mir zu Recht vor zu „think pink“ zu sein. Was kann ich in welcher Situation auch immer Gutes abgewinnen. Suche damit nach dem Kleinen, um für…

nomm ond romm

Veröffentlicht in 8. Mai 2020

Von Holtrop nach Bagband (Etappe 4) Der Ossiloop ist mir ans Herz gewachsen. Sagen Menschen so, wenn ihnen etwas besonders gefällt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Aufwand dafür – der schließlich auch zum „Ende“ geführt hat, beträchtlich.In den Anfangsjahren bin ich meist unter der Woche vor Ort geblieben. Meist auf dem Dünencamping-Platz in Bensersiel. Eine herrliche Zeit. Wenig los und das Meer – wenn es mal da war. Gefühlt wegen der Gezeiten mehr weg als da. Isso. Ebbe und Flut. Schöne Spaziergänge im Watt. Barfuß. Arbeiten und Leben im Wohnmobil. Ein ganz eigener Rhythmus.An den Wochenenden immer nach Hause gefahren – weil andere Arbeit wartet. Sprich: Mit den Systemern per Sprinter nach Köln-Deutz fahren. Gegen 2 Uhr in der Früh da. Kleiner Walk über…

Welche Freiheit meinst du denn

Veröffentlicht in 5. Mai 2020

Von Aurich nach Aurich (Etappe 3) Danke Andi für das aufmunternde „Achim, du bist auch schon schneller gelaufen“ auf meinen letzten 500 Meter. Das tat richtig gut – wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Während eines Laufes sind die Gedanken frei. Träumen erlaubt. Die 10k (9,7k ist kein vergleichendes Streckenmaß) unter 60 Minuten laufen. Gleich zu Beginn bin ich am hiesigen Gummiplatz (freut sich jemand) vorbei gelaufen. Großflächig abgesperrt wegen Covid-19. Auf das Verbotsschild ist „Freiheit verboten!“ in schwarzen Buchstaben gekritzelt. Schöne Schrift. Beschäftigt mich über weite Teile des Laufens und macht meine sportliche Belastung weniger spürbar. Abgelenkt. Idealfall. Über welche Freiheit sprechen wir noch gleich? Es beschäftigt mich diese Tage sehr, welches Denken Menschen umtreibt. Was und wie sie sich äußern.…

Meer, mehr und weniger

Veröffentlicht in 1. Mai 2020

Von Dunum nach Plaggenburg (Etappe 2) Laufe am Neckar entlang. Irgendwer hat ein kleines Segelboot festgemacht. Verzurrt. O wie schön, denke ich. Hat fast schon was von Meer. Flüsse fließen irgendwann dorthin. Mit Umwegen. Stetig. Der Wind passt auch ganz gut. Auch die Geraden. Der Ossiloop verläuft weite Teile auf dem Ostfriesland-Wanderweg. Ziemlich gerade. Kaum Steigung. Bin in den Jahren – wenn es die Zeit erlaubte – unter der Woche „oben“ geblieben. Mein Bewegungsraum ist auf die Größe eines kleinen Wohnmobils begrenzt. Gewöhnlich mehr Platz gewohnt. Habe die Enge – das Leben und Arbeiten – lieben gelernt. Sich begrenzen lernen.Der Ablauf an den Lauftagen spielt sich ein. Den Systembetreuern letzte Infos geben. Am Zielort aufbauen. Mit den Jahren weisst du welche Steckdosen nutzbar sind…