Beiträge von Achim Seiter

Vorsicht auf Radweg

Veröffentlicht in 14. August 2018

Ein Jugendhaus wird gebaut. Eine gute Sache. Ortsbedingt müssen Baustellenfahrzeuge über eine Radweg zu- und abfahren. Ist so. Tatsache. „…. über und den Radweg zu- und abfahren. Die Strecke wird mit entsprechenden Warn- und Hinweisschildern versehen. Wer auf dieser Strecke werktags mit dem Rad oder auch zu Fuß unterwegs ist, sollte besonders auf diesen Baustellenverkehr achten und mit dem Rad besonders vorsichtig und langsam fahren.“ Eine Mitteilung in der Zeitung im besten Verwaltungsdeutsch. Möglicherweise vorgegeben. Ein Verwaltungsakt wie man so gerne sagt.   Mir wäre folgende Formulierung deutlich lieber und wäre mal ein neuer Ansatz: „Liebe LKW-Fahrer. Auf dieser Strecke sind überwiegend Spaziergänger, Läufer und Radfahrer unterwegs. Bitte gebe auf sie acht. Fahre langsam und rücksichtsvoll mit deinem Brummi. Danke. Liebe Spaziergänger, Läufer und…

DSGVO mit Senf

Veröffentlicht in 25. Mai 2018

Wenn es vielleicht auch nicht der Form entspricht. Hier ein paar Anmerkungen unserseits, die wohl notwendig sein könnten. Wir akzeptieren und halten uns an alle Vorgaben, die diese Verordnung vorgibt. Weil es wichtig ist mit Dingen sorgfältig umzugehen. Sehr wichtig. Du bist wichtig. Das haben wir schon immer so gemacht. Nicht weil wir die Super-Checker sind. Nein! Weil es normal ist. Leider braucht es dazu einer Verordnung, weil dies manche nicht kapieren. Traurig genug. Nichts ist mehr schützenswert als die Freiheit. Wir speichern keine Daten um Newsletter zu versenden. Newsletter sind meist scheisse. Warum sollten wir das tun? Uns interessiert einen Scheiss von welcher Webseite Du kommst, wie lange Du verweilst und welchen Browser Du benutzt. Wir haben keine Lust und Zeit diese Daten…

Die Gegenwart

Veröffentlicht in 2. Mai 2018

Die Gegenwart. Achte sie und behandle sie gut. Lass Dich auf sie ein, denn sie lebt, noch mehr: Sie ist voller Leben, sie ist das Leben.

Die Gegenwart. In ihrer kurzen Zeitspanne ist alles enthalten was es gibt, was existiert und was wahr ist: Die Freude am Wachsen, das Gelingen der Arbeit. Das Gefühl von Schöpferkraft. Von der Vergangenheit bleibt ja nichts weiter als die Erinnerung, und die Zukunft ist nur eine Vision.

Die Gegenwart aber – richtig gelebt und erlebt – verwandelt die Vergangenheit in eine frohe Erinnerung und macht die Zukunft zu einem Ausblick voller Hoffnung. Deswegen: Pass gut auf sie auf, die Gegenwart.

Eine über 3000 Jahre alte Weisheit aus Indien

Zebrastreifen

Veröffentlicht in 1. Februar 2018

Kürzlich standen ein Grevyzebra, ein einbeiniges Bergzebra und ein sehr schön gezeichnetes Steppenzebra zusammen. Das einbeinige Bergzebra verlangte zu sitzen. Dem Begehr gaben das Grevyzebra und das Steppenzebra statt, wünschten aber, dass das Bergzebra einen Witz erzählen sollte. »So haben wir nicht gewettet«, rief das einbeinige Bergzebra in die Runde und blieb weiterhin stehen. »Du bist total humorlos«, wetterten das Grevyzebra und das sehr schön gezeichnete Steppenzebra im Chor. Dann war Fütterung. Quelle: TAZ | Rubrik Das Wetter

Bruchsal

Veröffentlicht in 12. Dezember 2017

Zwei Frauen. Nachtzug. Nur im Halbschlaf bekomme ich Veränderung mit. Aussteigen. Einsteigen. Der Schaffner ist mit Security-Leuten unterwegs. Kleines Gepäck haben sie dabei. Keine Ahnung wo eingestiegen. In Köln wie ich später erfahren werde. Schlafe weiter. Habe ja noch Zeit bis Frankfurt-Flughafen. Muss dort umsteigen. Gibt keinen Direkt. Leider. Stelle mir Wecker. Döse und düse weiter gen Süden. Heimfahrt. Gestern war ein langer Tag. Bis jetzt – 6 Uhr am Morgen. »Ist der nächste Halt Frankfurt-Flughafen«, fragt mich eine der Frauen in gebrochenem Englisch. Es beginnen vierzig außergewöhnliche Minuten. Vom Döse-Modus auf Hellwach. »Ja«, erwidere ich in fließendem Englisch und erkläre in stockendem deren weiteren Reiseweg, den eine mir in einem DB-Ausdruck vorlegt. Will ein Foto machen. Traue mich nicht. Die beiden Frauen wollen…

Der Segen des kritischen Rationalismus

Veröffentlicht in 27. Oktober 2017

SB1710_achimseiter_1200Versuche wieder mehr zu lesen. Hin und wieder gibt es Momente des Glücks, dass ich an etwas hängen bleibe. Das kann ein Buch, eine Geschichte sein. Etwas dass mir in Erinnerung bleibt. Für kurz oder lang. Das ist nicht entscheidend. Allein der Moment. Das gute Gefühl ist ausreichend. Ausreichend gut. Kleiner Widerspruch in sich. Gut und ausreichend. Klingt so nach geradeso das Ziel erreicht. Die Sache mit den guten Pferden, der Höhe und dem Springen.  Ist nicht gemeint. Ausreichend wie – es genügt mir für diesen Moment. Aber schon Lust auf mehr.

Oder ich stolpere über einen Text. Eine Formulierung die zu einer Erklärung wird. Nicht unbedingt für etwas nach dem ich suche. Nein, einfach plopp. Stolpern. Da war es. Say Yeah. Glücksmoment.

»Aber von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste. Ein solcher Wunsch führt unvermeidlich zu dem Versuch, anderen Menschen unsere Ordnung und Werte aufzuzwingen, um ihnen so die Einsicht in Dinge zu verschaffen, die uns für ihr Glück am wichtigsten zu sein scheinen; also gleichsam zu dem Versuch ihre Seelen zu retten. Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hölle.«

Karl Popper

Genau das ist es. Es ist eine Definition von Hölle, wenn ich eines Anderen, einer Anderen Bestes will. Ohne zu wissen was das ist. Nur aus dem heraus, was meine eigene Deutung zum Beispiel des Glücksbegriffes ist.

Klingt kompliziert. Nicht auf alles übertragbar. Auch klar. Leben ist ein einfaches Ding. Meistens. Manchmal. Nie und immer.

Zum kurz oder lang, zum vergessen. Die ganz wichtigen Dinge bleiben in Erinnerung.  Und noch ein Popper: »Man kann nicht mehr wissen, als man weiß«.

 

Aufstehen #1

Veröffentlicht in 17. Oktober 2017

Heute früh bevor ich mich auf den Weg begab, bin ich aufgestanden (wie eigentlich jeden Morgen) um danach aufzustehen gegen Rassismus. Besser abgekniet. Wie die Hertha. Keine Dame (vielleicht doch), sondern ein Fußballverein vor dem Heimspiel gegen Schalke. Die Hertha, die laut »taz« bisher eher nicht als politischer Verein, sondern eher als Kämpfer für mehr Parkraum in den Berliner Nobelbezirken aufgefallen ist. Böse Zungen behaupten ein cleverer Markenbildungs-Schachzug. Weltweite Presse. Lassen wir mal so stehen. Ich kann mit der Hertha eh nicht. Von daher… Hintergrund des Protestes ist, dass in den Vereinigten Staaten zunächst schwarze Sportler beim Abspielen der Nationalhymne niederknieten, um gegen Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Schwarze zu protestieren. Hertha steht für Vielfalt, Toleranz, Verantwortung und Weltoffenheit heißt es in einer Erklärung des…

Anleitung zum gelegentlichen Anderssein

Veröffentlicht in 16. Oktober 2017

Morgengedanken Bottwartal Marathon 2017 Jesus von Nazareth war ein Meister des Überraschungseffekts. Aber nicht weil er eine Show machen oder die Menschen überrumpeln wollte. Nein, dadurch, dass er die Menschen überrascht hat, hat er sie das Leben tiefer verstehen lassen und sie etwas von Gott spüren lassen. Sei es dass er die üblichen Rangordnungen auf den Kopf gestellt hat – durch Sätze wie »die Ersten werden die Letzten sein« oder dass er die Erwartungen der Leute unterlaufen hat. Wenn er sich zum Beispiel von einer Frau von schlechtem Ruf die Füße salben ließ. Immer ging es ihm darum den Menschen gut zu sein, ihnen gut zu tun, ihnen zu helfen zu sich selbst gut zu sein. Weil so und nur so das spürbar wurde…