Mit Tag(s) versehen: geKnipst
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Kristian und Roland sind Freunde. Besser waren Freunde. Dann hat es Knall gemacht. Oder eben nicht. In »autoreverse« von Kai Thomas Geiger (»Wie Feuchtgebiete. Mit Gitarren. Aber ohne den ganzen Geschlechtsverkehr«) haut Protagonist Marc Freund Basti eine rein. Meine Faust – sein Gesicht. Wie in Zeitlupe. Nein, noch langsamer. Als würde man einen Kungfu-Film mit Bruce Lee rückwärts schauen. Ich treffen ihn nicht ganz richtig, aber der Schlag, der auf Wangenknochen und Stirn landet und vorallem die Wut, die dahinter steckt, reichen aus, damit Basti zu Boden geht. Kristian und Roland lassen Stufe 1 – den Nahkampf – weg. Sie haben unterschiedliche Meinung. Kristian trifft eine Entscheidung. Roland lässt anwaltlich prüfen bevor er zuschlägt. Beziehungweise – was für ein blödes Wort in diesem Zusammenhang…
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Heute bin ich zuhause. Es gibt einen Grund dafür. Das ist gut und schön und freut mich. Unterwegs zu sein auch. Gerne genommener Rastplatz sind immer wieder die Starbucks-Läden. In der Regel Free-WiFi, saubere Toiletten und der Kaffee – das eigentliche Hauptgeschäft – ist gut und teuer. Kritiker sagen das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht. Müssen ja nicht in die Starbucks gehen und können sich woanders einen Coffee-To-Go ziehen. Man kauft Ambiente. Kritische Menschen sagen dieses Preis-Leistungs-Verhältnis-Unwort gerne. Auch in anderen Fällen. Ist das eher ein Einwand oder ein Vorwand oder sagen die das einfach nur so. In Verkaufsgesprächen gibt es Techniken um darauf zu reagieren. Eigentlich ist es mir sowas von schnurzpiepegal. Selbst der STERN schrieb vor mehreren Jahren (!) kritisch nippisch dass die neue…
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»Nichtigkeit der Nichtigkeiten. Nichtigkeit ist alles.« Diesen Spruch sollten wir an die Wände schreiben, auf die Kleider, an die Plätze und die Häuser, auf die Straßen, die Türen und die Eingänge, vor allem aber in das Gewissen eines jeden, und ihn allezeit bedenken. Denn weil der trügerische Schein der Dinge, die Masken und die Heuchelei von den vielen für die Wahrheit gehalten werden, sollte ein jeder jeden Tag, beim Abendessen und beim Mittagessen und bei Zusammenkünften zum Nachbarn sagen und vom Nachbarn hören: »Nichtigkeit der Nichtigkeiten, Nichtigkeit ist alles.« Johannes Chrysostomos
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Zwei Tage unterwegs sein – um ein Konzert zu besuchen. Schlichtweg toll… Treffen sich zwei The-National-Alben. Sagt das jüngere: »Ich fühl mich so ungeliebt und missverstanden!« Sagt das ältere: «Warte ab, Deine Zeit wird kommen. Gut Ding will Weile haben. Ich weiß, wovon ich spreche.« So war das mit den bisherigen Studioalben der Band aus Brooklyn. Von der breiten Masse nahezu unbemerkt überzeugen The National schon seit Jahren mit ihrer Mischung aus sanftem Indiepoprock und folkigen Düsterballaden. Es gehört zu den großen Ungerechtigkeiten der an sich durchschaubaren Musikwelt, dass sich Qualität und Einzigartigkeit nicht immer durchsetzen, ein glänzendes Album finanziell nicht angemessen honoriert wird, ein Meisterwerk abseits der 08/15-Massenware in den CD-Regalen verstaubt, die Radiostationen einen Künstler schlicht und ergreifend ignorieren, weil er ihnen…
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Was soll mit den Flüchtlingen geschehen, die an Europas Küsten angespült und auf ganz Europa verteilt werden – allmählich auch in Gemeinden bei uns? Die europäischen Politiker diskutieren darüber und viele Gemeinden in Deutschland auch. Alle haben guten Willen, alle wollen helfen. Aber man hört bei den Beratungen doch auch heraus: Die vielen Flüchtlinge sind ein Problem und Probleme, die Geld kosten, möchte man am liebsten nicht haben. Dass man das auch anders sehen kann, zeigt ein kleiner Ort in Italien. Ausgerechnet auf der Insel, die ständig in den Schlagzeilen ist: auf Lampedusa. Alles begann vor 15 Jahren, als ein Boot mit 218 Flüchtlingen unweit des Dorfes Riace auf Lampedusa strandete. Statt mitanzusehen, wie die Menschen in eines der Auffanglager der Insel verfrachtet werden,…
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Es wäre ein Traum. In New York eines der kleinen StreetArt-Kunstwerke des Mr. Banksys zu entdecken. Vermutlich laufe ich eher den Marathon unter vier Stunden als dass mir das andere gelingen könnte. Das eine mit der Zahl 4 werde ich schon gar nicht versuchen – das andere einfach mal suchen. Werde auf den 42.2k ja einiges dieser fantastischen Stadt zu sehen bekommen. Schau mer mal. Banksys Aktion verwandelt ganz New York in eine Galerie und Kunstzirkusmanege. Banksy ist in New York. Oder soll in New York sein. So genau kann das ja niemand wissen, weil der Graffitikünstler, im Gegensatz zu seiner Graffitikunst, die er immer wieder einmal hier und da hinterlässt, nie zu sehen ist. Jedenfalls behauptet Banksy aus dem Off, mit seinem Team…
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Tor! So einfach ist das. Stefan Kießlings Treffer gegen Hoffenheim ist nun offiziell ein Tor, obwohl jeder weiß, dass es nie hätte gegeben werden dürfen. Eine offensichtliche Ungerechtigkeit wird nicht wiedergutgemacht, so traurig das ist. Das entspricht einfach nicht dem Geist des Sports, und doch ist der Fall komplexer. Es geht um Tatsachenentscheidungen im Fußball und die Sorge vor einer Flut von Verfahren, etwa wenn Tore gegeben werden, ohne dass der Ball wirklich hinter der Linie war. Es ging im vorliegenden Fall aber nicht nur um ein Tor, sondern um mehr. Leverkusens Phantomtreffer hat eine Debatte über die Torlinientechnologie sowie eine Wertediskussion im Sport entfacht. Stefan Kießling war sich offensichtlich nicht sicher, was eigentlich passiert war, und sollte deshalb auch nicht an den Pranger…
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Echo… coole Mucke. Wer hätte das gedacht, dass Dokter Renz, König Boris, Björn Beton sprich Fettes Brot nochmals so ein Ding raushauen. Was aber die anderen Alten-Musiker-Säcke können – das können die Hamburger Jungs auch. Respekt. Hört sich prima an. Sehr poppig und musikalisch wahnsinnig unverkrampft. So eine Kreativ-Pause kann durchaus guttun – obwohl so ganz waren sie nicht für mich weg. Zwar nicht meine Lieblingsband. Nur hin und wieder die beiden Livealben Fettes (hellblau) und Brot (orange) reinziehen. Beim Kilometerfressen auf der Autobahn eine Wucht. Im ICE bedenklich, könnte wenn es saudumm läuft irgendeine Bettina gegenüber sitzen. Wäre richtig blöd peinlich – beim gedankenlosen mitsingen. Das Neue heißt nun »3 is ne Party«. Kommt in den nächsten Tage in die Plattenläden, wie man…
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Vom Finanzamt bekam ich unlängst die Aufforderung auch die letzte papiernmögliche Anmeldung der Dingenssteuer ab kommenden Februar online zu übermitteln. Irgendwann reichts. Nur zur Info. Ich ziehe jetzt die Konsequenzen und den Stecker. Ich kündige meinen Internetvertrag. Festnetz und Mobilvertrag. Tschüssikowski Telekom. Die Goldene. Die Gelbe und die farblose Karte gebe ich auch zurück. Meine ElectronicCash-Karte gleich mit. Ohne vier spiel fünf. Kaufe nie mehr online ein. Bezahle nur noch mit Bargeld. Stelle meine Kommunikation auf Brieftauben oder Rauchzeichen um und ändere jedes Jahrviert meinen Namen. Wenigstens im kleinen. Und nur damit du es weißt. Ich rede gerne mit dir über alles – nur wohin ich morgen hingehen. Verstehe bitte. Das ist meine Privatsache. Es könnte ja durchaus sein dass du diese Info an…
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Angereist ohne grosse Erwartungen. Marburg. Einzig den Körper mit dem Bike auf dem Kopfsteinpflaster hochschinden. Finale? Nicht mal im Traum daran gedacht. Einzig – um dieses Wort ein weiteres mal zu benutzen – nicht blamieren. Vergnügen? Red Bull Hill Chasers. Sprich ein Verfolgungsrennen den Berg hoch. Gut dass die Quali ein Einzelzeitfahren war. Gut für mich. Gut für mein Ego. Zwar raus, nicht aber abgeschlagen. Einfach unbemerkt raus. Auch das gut so. Zu den Besten dieses Genres gehöre ich nicht. Muss auch nicht. 200 Meter. Schmale Gasse. Doch nicht so steil wie befürchtet. Wenig Zuschauer. Hohe Luftfeuchtigkeit. Etwas Anfeuerung trotzdem. Mitbekommen. Hat gut getan. 28.72 Sekunden (Die 28 und die 72 übrigens mir zwei sehr vertraute Hausnummern). Freude. Geschafft und Spaß dabei.
Dann die Finals. Ohne mich natürlich. Dafür Olympioniken, ambitionierte Amateure, Weltmeister, Medaillengewinner. Wäre ne Nummer zu groß. Rampe. Vier gleichzeitig. Was für eine Show. Was für eine Kulisse. Vom Lahntor in die Oberstadt. Enge Gassen. Gut zum sehen und mitfiebern. Die Rennen – Heats genannt – im engen Zeitplan. Kurzweilig für die Zuschauer. Hart für die Fahrer. Die Sieger dürfen wieder runterfahren und den Jubel genießen – den sie beim Uphill nicht bekommen. Die Nicht-Sieger sind raus – jedoch niemals Verlierer.
Ein Fahrer der Kategorie Amateur ist am Schluss der Beste. Respekt. Das Finale von vorne gefahren. Große Zufriedenheit in vielen Gesichertern. Ein goldlackiertes Bike ist der wohlverdiente Lohn. Soviel zum Thema Siegprämien. Dass wir den Sieger anschließend nach unten begleiten – ist nur eine Randbemerkung am Ende eines gelungenen Abends in Hessen. Die Welt ist halt doch klein.
Erich Fromm unterscheidet zwischen »Vergnügen« als kurzzeitigem Hochgefühl und «Freude« als dem Gefühl, das man auf dem Weg hin zur menschlichen Selbstverwirklichung verspüre. Freude als Lebensprinzip steht für Fromm somit im Gegensatz zu Vergnügen als Lebensprinzip, wobei letzteres nach Fromm ein Kennzeichen der Konsumgesellschaft ist. Passt so – auch heute. War mir ein Vergnügen.
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Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter es peift. So sagt es eine alte Fußballer-Weisheit. Und ein Tor ist, wenn der Ball hinter der Torlinie ist, somit das «Rund muss in eckig« erfüllt ist und der Schiedsrichter zur Spielfeldmitte zeigt. So ist es eigentlich üblich. Alle Jahre wieder dann der Eintritt eines Sonderfalles. In Fußballkreisen Phantomtor genannt. So geschehen diese Tage in Sinsheim. Dort spielt das Bundesligateam aus Hoffenheim. Dieser Tage gegen die Werkself aus Leverkusen. Leverkusen führte mit einem Tor Vorsprung, als ein Loch im Außennetz die Hoffenheimer in die Depression stürzte. 0:2. Zuvor schon hatte der Linienrichter beim regulären Tor für Hoffenheim Abseits angezeigt, der Treffer zählte nicht. Zwei Tatsachenentscheidungen. Shit happens – wie man beiläufig bemerkt. Worüber alle reden? Über Moral. Die Leverkusener…
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