Beiträge aus der Kategorie “QuerBeet

Sommerzeit

Veröffentlicht in 3. April 2014

Uhrumstellung. Gefällt mir. Länger hell. Im Frühjahr blöder – wegen einer Stunde weniger Schlaf. Aber was macht das schon. Die Kühe haben es da schwieriger sagt der Bauer. Gefährliches Halbwissen – am Kuhschlaf wird es nicht liegen. Weiß nicht einmal ob Kühe überhaupt schlafen. Sind Wiederkäuer. Das weiß ich noch aus Grundschulzeiten. Mehr weiß ich nicht mehr. Sommerzeit bedeutet auch die Uhr in meinem Mercedes Vito umzustellen. Auf die neuen Zeitbedingungen. Was bei der Küchenuhr ein Kinderspiel ist – ist beim Auto ein kleines Drama in drei Akten. Wie jedes halbe Jahr. Zum Verrücktwerden. Wie geht das wieder? Alle möglichen Schalter gedrückt. Mein Vito hat so ein modernes Lenkrad mit Knöpfen für die Menüführung. Lautstärke, Tageskilometer, Verbrauch und so. Immer beide Hände am Lenkrad. Sicherheit geht vor.…

Freiheit für Ulli Hoeneß!

Veröffentlicht in 12. März 2014

Liebe Freunde, Freiheit für Ulli Hoeneß! Bei Ulli Hoeneß passt einfach alles. Er ist Wurstfabrikant, Spekulant, Präsident der derzeit spektakulärsten Fußballmannschaft der Welt und wohnt in einer Villa am Tegernsee. Er ist ein Bilderbuchkapitalist, hat steuervergünstigt Millionen gespendet und etliche Millionen mehr hinterzogen. Business as usual. Ein Bankensystem, das spezialisiert ist auf den Steuerbetrug superreicher Schwerverbrecher hat es ihm leicht gemacht. Ich weiß nicht genau, was man als Hilfsarbeiter in einer Wurstfabrik verdient, aber man muss schon ein paar Stunden schuften um sich ein Ticket in der Allianz Arena zu erarbeiten. Nirgendwo in Europa klafft die Schere zwischen arm und reich so weit auseinander wie in Deutschland. Gut für Menschen wie Hoeneß, der sich seinen Reichtum ja auch hart erarbeitet hat. Zum Beispiel durch…

Über die Zone zwischen Glück und Unglück

Veröffentlicht in 25. Februar 2014

Ich lege ja auf Glück keinen gesteigerten Wert. Glück finde ich furchtbar. Ich hatte einen Freund, dem es gut ging. Er lebte mit einer, soweit ich das beurteilen kann, sympathischen Frau zusammen, er war aus kleinen Verhältnissen zu einem beachtlichen Wohlstand aufgestiegen, hatte das, was man einen „interessanten Job“ nennt, war pumperlgesund, alles prima. Wenn wir zusammen essen waren, klagte dieser Mensch fast ununterbrochen. Ärger mit dem Chef. Die Karriere geht nicht mehr voran. Die Frau, na ja, perfekt war sie nicht. Und dann auch noch der unerfüllte Kinderwunsch. Das sind alles Probleme, ohne Zweifel. Wobei ich sicher bin, dass er im Falle einer Erfüllung des Kinderwunsches ansatzlos damit begonnen hätte, über den Stress und die Doppelbelastung zu klagen. Unsere Vorfahren waren bekanntlich völlig…

Die Spaziergänger drehen auf

Veröffentlicht in 5. Februar 2014

Leserbrief zu Bericht von Oskar Beck, Stuttgarter Zeitung – 03.02.2014. Ein Traum. Auftrag an den Journalisten gen New York zu jetten. Super Bowl steht an. Warum nicht denkt sich der eine oder andere. Super Stadt. Besser als nach Sotschi. Oder beides. Und dann einen Bericht schreiben. Recherche. Media-Day. Ohren und Augen auf. Rest googeln. Schreiben. Senden. Fertig. Danke Oskar Beck. Ich weiß nicht wieviel becksches Herzblut in Football steckt. Seis drum. Warum immer die Geschichten mit den „hungrigen Underdogs“? Warum immer die Vergleiche mit dem Fußball? Zitate was in der Fußballhistorie irgendwann irgendwo geschah undsoweiter. Das eine (Fußball, in USA deshalb Soccer genannt) hat mit dem anderen (Football) nichts zu tun. Keiner vergleicht Tennis mit Minigolf, obwohl beide Sportarten mit rundem Ball und Schläger…

Im Jahr der Sieben

Veröffentlicht in 20. Januar 2014

Was es bedeutet, dass ausgerechnet 2014 eine GroKo regiert. Die Quersumme von 2014, darüber haben sich viele noch gar keine Gedanken gemacht, lautet sieben. Und da die Sieben eine Sonderstellung unter den Zahlen besitzt, wird das Jahr 2014 auch ein ganz besonderes. Das ist so logisch wie die Tatsache, dass die Summe aus göttlicher Dreifaltigkeit und den irdischen Elementen die Quersumme von 2014 ergibt. Die Sonderstellung der Sieben zeigt sich in vielem: Es gibt sieben Tage, sieben Weltwunder, hinter sieben Bergen sieben Zwerge, sieben Todsünden, modernen Siebenkampf, sieben Sakramente, Siebenmeilenstiefel, sieben Wunder Christi, sieben Arme der Menora, Siebensachen, sieben Weltmeere, sieben Runden um die Kaaba, die vier mal sieben Tage eines Mondzyklus, die sieben Helden von Theben, sieben auf einen Streich, die sieben letzten…

Wer darf in die Arche?

Veröffentlicht in 15. Januar 2014

Jetzt also die Zauneidechse. Diese bremst eine Biogasanlage in einem Stuttgarter Vorort aus. Mehrkosten für das Volk (geschätzte zwei Millionen Euro). Na toll. Feldhamster stoppt Universität! Fledermaus verhindert Autobahn, Juchtenkäfer Bahnhofsbau, Wachtelkönig Wohnsiedlung! Nichts empörender als das. Da läuft die Industriefraktion zu ganz großer Fünfziger-Jahre-Form auf, da wird gehämt und gegeißelt und den Anfängen der Ökodiktatur gewehrt. So gerade erst wieder in Hamburg, als es hieß, ein furzender Fisch (ein darmatmender Schlammpeitzger aus der Familie der Steinbeißer) verhindere den Bau eines ganz wichtigen Industrieparks, vernichte Myriaden von Arbeitsplätzen. Ein Furzflosser! Natürlich sind wir alle für die »Bewahrung der Schöpfung«. Natürlich soll für den Blauwal, für Nashörner und die Okapis alles getan werden. Aber wo ist die Grenze. Wo machen wir halt. Paar Jahre her.…

Elefanten lieben Weihnachtsbäume.

Veröffentlicht in 8. Januar 2014

Mann zieht Christbaum hinter sich her. Entsorgen schon vor dem »offiziellen Weihnachtsende« an Dreikönig. »Weihnachten vorbei,« frage ich im vorbeilaufen. »Gott sei Dank,« die Antwort. Welch ein Wortspiel. Wie beim eigenen Geburtstag. Schon schön. Sehr schön. Aber Achim ist auch froh wenn vorbei. Wie der liebe Gott auch. Happy Birthday. Happy New Year. Happy Ostern. Happy Xmas. Ehrlich. Weihnachten taugt nicht zur großen Show. Klein. Fein. Stall. Ein Stern der den Weg den Weisen weist. Irdisch: Hochbetrieb bei der Post. Plötzlich schreiben die Menschen wie verrückt Grüße und Briefe. Ist doch irgendwie besser als elektronisch. Überraschend. Warum eigentlich? Wie warum? Warum an Weihnachten? Mhhh. Hochbetrieb in den Kirchen. Brechend voll – warum auch immer? Wie warum? Warum an Weihnachten? Mhhh – besinnlich? Und und…

arschkalt

Veröffentlicht in 8. Dezember 2013

Es muss ein schöner Tag im Mai gewesen sein. 20 Grad. Sonnenschein. Ho Ho Ho…. bald ist Weihnachten. »Ich mache einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt,« so meine Idee. Von drinnen (frierend) nach draußen (meist auch frierend). Anderen Blickwinkel auf das Leben haben. Projekt Weihnachtsmarkt 2013. »Und was willst du verkaufen?« die Frage meiner um mich besorgten Freunde.
Verkaufen. Ja – das ist ein Grundgedanken des Weihnachtsmarktes. Man möchte verkaufen. Geschäfte machen. Meist wenig Idealismus. Geld verdienen. Was ja nichts schlechtes ist. Von Luft und Liebe lebt es schließlich karg. »Eigentlich möchte ich die Adventszeit mal anderes erleben«, so meine weitere Überlegung. Atmosphäre genießen. Weihnachtsbeleuchtung. Eigene Weihnachtsgeschichte. Mit den Menschen sprechen und so… das war mein Ziel.
Daneben ein paar Waren feilbieten – zwecks Amortisierung der Kosten.
»Welche Waren?« höre ich unken. »Aber nicht deine unverkäuflichen Toilettenpapierhalter«, lachend und/oder mitleidend – irgendsoein augenzwickernder Mix.

If you celebrate it, it’s art, if you don’t, it isn’t.
Wenn man es schätzt, ist es Kunst, wenn nicht, ist es keine.
John Cage

Denke ich. Wir werden ja sehen.

Vorneweg. Es waren vier wunderschöne Tage auf dem Burgplatz der Schillerstadt Marbach. Temperaturen erträglich. Publikum auch. Es wird in erster Linie gegessen auf einem Markt. Die Grillrote – Deutschlands liebster Snack. Ob Sommer. Ob Winter. Immer ein Hit. Und Glühwein. Zu Essen hatte ich nichts. Glühwein auch nicht. Mit voller Absicht und Bewusstsein. »Langweilig – hat ja jeder!« Was auch fast stimmte.

Für Aufsehen habe ich dann doch gesorgt. Mein Stand – einfach brilliant. Schulterklopfen. Eine Attraktion. Stadtgespräch. Das Bier süffig.
Kunst ging übrigens nicht. Keine Toilettenhalter. Nicht mal meine Kerzenständerkreationen. Aber wir werden ja sehen – 2014. Projekt Weihnachtsmarkt – die Planungen laufen. Wer mich kennt – so gut wie.

Kühe und Tomaten

Veröffentlicht in 3. Dezember 2013

Wenn du viel um die Ohren hast – dann musst du raus. Sofa ist langweilig. Daheim sterben die Leut – heißt es in einem Film. Also rein in die Clubs. Wingenfelder und Wingenfelder. Kai und Thorsten. Zurück zu alten Zeiten. Ja klar. Fury in the Slaughterhouse. Das war. Schön aber vorbei. Und jetzt zu zweit. Ob das gut geht. Bleibt alles anders? Das Konzert im schönen Club dasCann. Nahe dran. Wunderbar überschaubar. Schöner als alles andere. War nicht zum letzten Mal dort. Zu spät gekommen. Ging nicht früher – anderes war wichtiger. Im Foyer gemütlich ein Wulle in Plastik geholt und rein ins Getümmel. Was keines war. Umso besser. Freie Sicht. Das erstes Lied. Irgendwas philosophiert einer der Brüder (verwechsle die gerne) von Ähnlichkeit von Liebe und Bergsteigen. Und dann: ein Song mit Massiv-Hall. Das Berge-Echo direkt auf die Ohren. Liebe Tontechniker! Wenn ich persönlich was nicht ausstehen kann – dann massiv verhallte Lieder. Diese technische Weite in den Lieder. Die Gehörgänge vibrieren. Kleinhirn und Dickdarm. Ohrenbluten. ARGHHH. Vermutlich ein künstlerischer Wunsch der Brüder. Kann ja heiter werden, denke ich. Denke dabei eher an Rock’n Roll. Sehnsucht nach den alten Fury-Zeiten und satten Songs. Die dann auch kommen. Nicht viele. Aber immerhin. Satt – wie gewünscht. Pure. Neue Arrangements. Erfrischend anders. Remix von Won’t forget these days und so. Genial. So muss Livemusik sein. Platte hören kann ich auf Sofa.

Habe dann meinen Frieden gefunden. Früher war eben doch nicht alles besser. Fury war. Und die neue Bande auf der Bühne hat einfach Spaß gemacht. Lust zum Zuhören. Kurzweilig. Die Brüder Wingenfelder haben einfach noch Lust auf Musik machen. Kompliment. Gut so. Und Spaß dabei. Merkt man. Irgendwie fällt mir dann der Martin Schmitt ein. Hat auch einfach Spaß an dem was er tut und die Hoffnung eventuell doch noch den großen Wurf mit Sotschi zu landen. Und es niemanden zu beweisen müssen – wie die Wingenfelders. Das eigene Ding machen. Mehr Publikum wäre ihnen gegönnt. Mir persönlich reicht der kleine Club völlig. Es war ein schöner Abend. Danke. Gerne wieder.

won’t forget these days
and I never thought I would

Kühe und Tomaten. Neben Musik wird viel erzählt und gelabbert. Heiter und nachdenklich. Erklärt und mitgenommen – bis nach St. Malo. 

Giggs & Guns N‘

Veröffentlicht in 29. November 2013

1311_feuerbach_3000

»Wenn Ryan rannte, rannte er wie der Wind. Er war so leichtfüßig unterwegs, dass Du ihn nicht hören konntest. Er hatte diese natürliche Wendigkeit, die in Kombination mit dem Ball nur die großartigen Spieler besitzen. Ohne respektlos gegenüber [David] Beckham und Scholesy [Paul Scholes] zu sein, aber er [Giggs] war der einzige, der immer ein Superstar war.«
Steve Bruce

Happy Birthday Ryan Giggs. Heute wird er vierzig. Spielt seit 1987 bei Manchester United. Hat als aktiver Spieler nie den Verein gewechselt. 668 Ligaspiele. Ist selbst dem erfolglosen walisischen Nationalteam treu geblieben. Die Menschen werden weinen, wenn Giggs sein letztes Spiel machen wird. Das wird noch dauern. Selten – daher ungewöhnlich schön.

Ansonsten heute. Vorletzter Tag im November. Grau in Grau mit Regen. Noch grauer als üblich der Durchgang am Feuerbacher Bahnhof. Tristesse. Inhaltslos der TV-Interview-Zoff zwischen Gabriel – nicht der Engel – und der Slomka. Das ZDF wird dafür auf  YouTube massenhaft geklickt. Die ersten Massen strömen auf die Weihnachtsmärkte die just heute ihre Buden öffnen. Und die ersten Nikoläuse bevölkern Busse und Bahnen. Im Bus gegenüber ein Pärchen. Händchenhaltend. Füllig. Beide. Was hier aber nichts zur Sache tut. Tunnelblick nach vorne. Beide Kopfhörer in den Ohr. Unterschiedlich natürlich. Die anderen Hand fingert jeweils am Smartphone rum. Gemeinsam einsam scheint es. Schaue weg. Täusche mich gerne.
Die Adventszeit beginnt. Da rücken die Menschen zusammen. Auch emotional und warten auf das Christkind. Na denn – schönes Wochenende.

When I look into your eyes
I can see a love restrained
But darlin’ when i hold you
Don’t you know i feel the same
But nothin’ lasts forever
And we both know hearts can change
And it’s hard to hold a candle
In the cold november rain
»Novemberrain« | Guns N’ Roses

Riace

Veröffentlicht in 6. November 2013

Was soll mit den Flüchtlingen geschehen, die an Europas Küsten angespült und auf ganz Europa verteilt werden – allmählich auch in Gemeinden bei uns? Die europäischen Politiker diskutieren darüber und viele Gemeinden in Deutschland auch. Alle haben guten Willen, alle wollen helfen. Aber man hört bei den Beratungen doch auch heraus: Die vielen Flüchtlinge sind ein Problem und Probleme, die Geld kosten, möchte man am liebsten nicht haben. Dass man das auch anders sehen kann, zeigt ein kleiner Ort in Italien. Ausgerechnet auf der Insel, die ständig in den Schlagzeilen ist: auf Lampedusa. Alles begann vor 15 Jahren, als ein Boot mit 218 Flüchtlingen unweit des Dorfes Riace auf Lampedusa strandete. Statt mitanzusehen, wie die Menschen in eines der Auffanglager der Insel verfrachtet werden,…

I’m here for…

Veröffentlicht in 31. Oktober 2013

Es wäre ein Traum. In New York eines der kleinen StreetArt-Kunstwerke des Mr. Banksys zu entdecken. Vermutlich laufe ich eher den Marathon unter vier Stunden als dass mir das andere gelingen könnte. Das eine mit der Zahl 4 werde ich schon gar nicht versuchen – das andere einfach mal suchen. Werde auf den 42.2k ja einiges dieser fantastischen Stadt zu sehen bekommen. Schau mer mal. Banksys Aktion verwandelt ganz New York in eine Galerie und Kunstzirkusmanege. Banksy ist in New York. Oder soll in New York sein. So genau kann das ja niemand wissen, weil der Graffitikünstler, im Gegensatz zu seiner Graffitikunst, die er immer wieder einmal hier und da hinterlässt, nie zu sehen ist. Jedenfalls behauptet Banksy aus dem Off, mit seinem Team…