Beiträge von Achim Seiter

nomm ond romm

Veröffentlicht in 8. Mai 2020

Von Holtrop nach Bagband (Etappe 4) Der Ossiloop ist mir ans Herz gewachsen. Sagen Menschen so, wenn ihnen etwas besonders gefällt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Aufwand dafür – der schließlich auch zum „Ende“ geführt hat, beträchtlich.In den Anfangsjahren bin ich meist unter der Woche vor Ort geblieben. Meist auf dem Dünencamping-Platz in Bensersiel. Eine herrliche Zeit. Wenig los und das Meer – wenn es mal da war. Gefühlt wegen der Gezeiten mehr weg als da. Isso. Ebbe und Flut. Schöne Spaziergänge im Watt. Barfuß. Arbeiten und Leben im Wohnmobil. Ein ganz eigener Rhythmus.An den Wochenenden immer nach Hause gefahren – weil andere Arbeit wartet. Sprich: Mit den Systemern per Sprinter nach Köln-Deutz fahren. Gegen 2 Uhr in der Früh da. Kleiner Walk über…

Welche Freiheit meinst du denn

Veröffentlicht in 5. Mai 2020

Von Aurich nach Aurich (Etappe 3) Danke Andi für das aufmunternde „Achim, du bist auch schon schneller gelaufen“ auf meinen letzten 500 Meter. Das tat richtig gut – wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Während eines Laufes sind die Gedanken frei. Träumen erlaubt. Die 10k (9,7k ist kein vergleichendes Streckenmaß) unter 60 Minuten laufen. Gleich zu Beginn bin ich am hiesigen Gummiplatz (freut sich jemand) vorbei gelaufen. Großflächig abgesperrt wegen Covid-19. Auf das Verbotsschild ist „Freiheit verboten!“ in schwarzen Buchstaben gekritzelt. Schöne Schrift. Beschäftigt mich über weite Teile des Laufens und macht meine sportliche Belastung weniger spürbar. Abgelenkt. Idealfall. Über welche Freiheit sprechen wir noch gleich? Es beschäftigt mich diese Tage sehr, welches Denken Menschen umtreibt. Was und wie sie sich äußern.…

Meer, mehr und weniger

Veröffentlicht in 1. Mai 2020

Von Dunum nach Plaggenburg (Etappe 2) Laufe am Neckar entlang. Irgendwer hat ein kleines Segelboot festgemacht. Verzurrt. O wie schön, denke ich. Hat fast schon was von Meer. Flüsse fließen irgendwann dorthin. Mit Umwegen. Stetig. Der Wind passt auch ganz gut. Auch die Geraden. Der Ossiloop verläuft weite Teile auf dem Ostfriesland-Wanderweg. Ziemlich gerade. Kaum Steigung. Bin in den Jahren – wenn es die Zeit erlaubte – unter der Woche „oben“ geblieben. Mein Bewegungsraum ist auf die Größe eines kleinen Wohnmobils begrenzt. Gewöhnlich mehr Platz gewohnt. Habe die Enge – das Leben und Arbeiten – lieben gelernt. Sich begrenzen lernen.Der Ablauf an den Lauftagen spielt sich ein. Den Systembetreuern letzte Infos geben. Am Zielort aufbauen. Mit den Jahren weisst du welche Steckdosen nutzbar sind…

Wenn schon – denn schon

Veröffentlicht in 28. April 2020

Von Bensersiel nach Dunum (Etappe 1) Klingeln. Telefon. Es gibt da einen Lauf im Norden. Hättest du Lust für die Zeitnahme verantwortlich zu sein? Ja klar. Allein nur um meine Neugierde zu stillen. Wo? Ostfriesland. OK. Wann? Mai.Ostfriesland kenne ich bisher von Otto, Theo, einer Radtour als Jugendlichem und von den Witzen. Angeblich trinken die Ostfriesen Tee. Viel Tee. Friesisch-herb. Und windig. Flach und Meer.6 Etappen. 3 Wochen. Gelaufen wird immer abends. Dienstags und freitags. Von Leer nach Bensersiel. Auf die Frage: Nein. Weder noch. 628 Kilometer. Köln ist in der Mitte.Sicherheitshalber fahre ich am Abend zuvor los. Was sich als klug erweist. Fahre bis zu einem McDonalds an der A31. Dieser wird in den nächsten Jahren meine Anlaufstelle sein. Ab hier ist es…

Pizza um 12.

Veröffentlicht in 19. März 2020

Peinlich oder witzig. Das ist die Frage. Sometimes. Wenn du schwer von Begriff bist. Also ich. Oder es kommt anders als du denkst. Wie heute. Mein Auftrag klar definiert: Pizza für die Familie bestellen. 12 Uhr. Bestellung im Ort. Ich möchte ja in diesen CoronaVirus-Zeiten die lokale Gastronomie stärken. Der Pizzeria-Besitzer ist mir seit klein auf bekannt. Ich will nicht warten müssen. Also kurz ne WhatsApp schreiben. Macht man heute so. Und sagt man so. Obwohl WhatsApp im eigentlichen Sinn ja eine Anwendung ist. #isso. Punkt. Dann passiert folgendes: ICH: Hi Mahir, ich möchte gerne auf 12 Uhr 8 Pizzen bestellen. 2x Margherita / 2x Pilze/Schinken / 2x Salami / 2x Thunfisch ok?NICHT ICH: haha wtf 😂klappt?hää.?😂AbholunghäKauf dir deine Pizza im Kühlregal 😂Bin Kontaktpersonhäsieht…

TRUE OLYMPIC SPIRIT SINCE 2000

Veröffentlicht in 15. März 2020

Ein paar Gedanken um den mz3athlon 2020 Im Monat Mai der Olympischen Spiele von Sydney im Jahre 2000 haben wir den ersten mz3athlon veranstaltet. Wir haben viel erlebt. Höhen und Tiefen. Wie das Leben. Wir haben überlegt nach 18 Jahren aufzuhören. Uns gefiel der Gedanke der Volljährigkeit des mz3athlons als Ende anzusehen. Ihr habt uns keine Wahl gelassen. Es ging weiter. Danke dafür. Euer Lachen ist unsere Inspiration. Euer Kämpfen den mz3athlon zu wuppen ist unsere stille Freude für unsere Anstrengungen im Hintergrund. Aktuell gibt es wichtigeres als Schwimmen, Radeln und Laufen. Auch drei Tage nach der Entscheidung fühlt es sich richtig an den mz3athlon zu verschieben. Verbunden mit der Hoffnung, dass dann im September wieder alles ist wie es war. NEIN. Besser soll…

Dann kommt die Hand…

Veröffentlicht in 22. Dezember 2019

Wir nannten es den DIRT SLIDER. Stangen aus Aluminium an und übereinander gereiht und verbunden. Ein Baugerüst vom Nutzobjekt zum Spiel und Sport verändert. Der Sperrholzboden mit kleinen Luken am Ende der Reihe versehen um nach oben zu kommen.Nach oben, in ihrer Karriereleiter, wollten auch Heiner und Frank. Gute Arbeitskollegen seit langer Zeit. Fast Freundschaft. Arbeit Hand in Hand. Als gutes Team bekannt. Wir, das ist MudMates. Ein Hindernislauf. 12 Kilometer. Von der Idee ein Gemeinschaftserlebnis, das Menschen zusammenbringt. Reihe um Reihe im DIRT SLIDER nach oben. Hochhinaus. Gewollt. Beeindruckend. Und flach angelegt. Du musst auf allen Vieren krabbeln. Gewollt. Das Krabbeln als Vorwärtsbewegung macht Menschen gleicher. Gleich sind sie nicht, Heiner und Frank. Zumindest ähnlich im Leben und im Job. Gute Mitarbeiter in…

Wer füttert Facebook & Co.

Veröffentlicht in 16. Oktober 2019

Meine Zeit mit meinem Smartphone ist reichlich. Beruflich bedingt. Und zur Befriedigung von privater Neugier und zur Freude ein steter Begleiter.Missen? Nein. Möchte ich nicht. Ich möchte mich keinen Regeln des Digital Detox unterwerfen. Und schon gar keinen Tipps. So nach dem Motto: Ein Löwe erklärt einer Kuh, wie die Kuh ihre Ernährung ändern kann, so mit weniger Kuhfleisch, mehr Gras und so.WHAT? Wie fremdbestimmt bin ich eigentlich? Wer seid ihr? Social-Media-Monsters? Nun, mein Konsum und mein Teilungsbedürfnis hält sich in Grenzen. Sicherlich höher als bei anderen Mitmenschen. Hoffentlich auch weniger. Aber – so meine Selbsteinschätzung – auf einer Höhe über dessen Latte ich noch springen kann. Gemeint ist die Hochsprunglatte, nicht die Macchiato. Schon immer. Mein Privatleben sowieso. Das Schöne ist, alle können…

überrehmt

Veröffentlicht in 25. Juni 2019

Vor Tagen, vielleicht Wochen las ich folgende Randnotiz in meiner lokalen Tageszeitung: Rehm meldet Insolvenz an! Rehm ist eine Metzgerei, die einen gewissen Bekanntheitsgrad durch die Produktion von Wurst in Dosen erreicht hat. Die Größe dieses Unternehmens ist mir nicht bewusst. Die Dosen klein. Mir unbekannt auch die schwäbische Herkunft. Hat bei meinen Einkäufen nie eine Rolle gespielt. Möglicherweise zurückzuführen auf fehlendes Marketing, was ja eine Insolvenz zur Folge haben kann. Stichwort Unternehmensdarstellung. Brand-Building. Es wird in solchen Fällen gerne von Management-Fehlern gesprochen. Dieses sagt, die Erhöhung des Schweinefleischpreises hätte der Markt nicht hergegeben. Mit dem Markt fühle ich mich gemeint. Kann ich nichts zu sagen. Mich interessiert die Entwicklung des Schweinefleischpreises nicht im Geringsten. Ich esse seit roundabout 25 Jahren keine Wurst und…

sehend. verrückt. frontal.

Veröffentlicht in 8. Juni 2019

„Jetzt sehen wir uns wieder“, sage ich voll Freude. Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Stunden. Er kommt mir auf dem Bahnsteig entgegen. Mit dem linken Arm eingehängt in den rechten Arm seiner Begleiterin. Ob es seine Frau ist? In der rechten Hand einen Stock. Wie, als wir uns zum ersten Mal sahen, wenige Stunden zuvor. Ich bleibe stehen. Er dreht den Kopf zu mir. Dann lacht er und sagt nach einer kurzen Pause der Überlegung „ja, sehen wir uns wieder. Sehend.“ Die Beiden bleiben ebenfalls stehen. Die Frau auf seiner Linken drängt still zum Weitergehen. Es scheint, ihr ist die Sache nicht geheuer. Ihre Mimik zeigt wenig Reaktion. Nach einer weiteren kurzen Zeit sagt er „ein lustiges Wortspiel“. Verrückt. Obwohl wir wenige Worte…

gott•ver•las•sen

Veröffentlicht in 21. April 2019

OK. An einem Ostersonntag nicht die ideale Überschrift. Ist doch gerade aus christlicher Sicht die Wende. Gefeiert wird die Auferstehung von Jesus Christus.Gottverlassen meint auch, abseits von allem Verkehr, von allem städtischen Getriebe gelegen. Eher negativ. Viel schön. Grundschulen von Stararchitekten erschaffen. Sonst nix. So war es. Raus und machen. Die Definition für kurz mal weg sein.Ich habe es gemacht. Mikroabenteuer machst du ohne Zelt. Ich hatte – einem Ratschlag folgenden – eines dabei. Der und das war gut so. Richtig gut. Ohne, hätte ich die Schnecke auf der Backe in meinen tiefsten Vorstellungen, jetzt ich in echt, doch spüren können. Habe mir extra – wieder – eines gekauft. So ein Zelt. Dabei meinte ich vor längerer Zeit, dass meine Zelt-Zeituhr abgelaufen ist. So…

Verbogener Glücksfall

Veröffentlicht in 17. März 2019

Nicht verbiegen lassen. Dein Ding machen. Einfach gesagt. Dazu gehört viel dazu. Auch Umgebung. Die dich eben so lassen machen. So wie du bist. So wie ich bin. Habe nur den Einstieg in den Text gesucht. Klingt weiser, als über die Dummheit zu schreiben. Weit davon weg Lebensweisheit zu verbreiten, die glücklich machen und sollen und überhaupt. Sollen andere. Können das besser. Manche überhaupt nicht. Kriegen teilweise sogar Geld dafür. Manche viel. Gegönnt. Ich habe meine Mülltonne verbogen. OK. Ist sicherlich nicht Weltproblem EINS. Auch nicht MEINS. Doch paar Gedanken des Glückes wert. Und des Dankes an den Zufall. Vermeintlich heiße Asche in den mausgrauen Behälter geleert. Seltsame Begrifflichkeit. Etwas leeren um es damit zu füllen. Zudem in eine Tonne in die keine Tonne…