Beiträge aus der Kategorie “Gedankenstein

Ob es mir schwer fällt?

Veröffentlicht in 6. April 2014

1403_fasten_3000

Ob es mir schwer fällt? 7 Wochen ohne. Ich bin das Vitamalz. Was für eine Frage? Nein. Weit weg vom Heldentum. Nein. Fasten ist nichts besonderes. Gehört nicht viel dazu. Außer es geht ans Eingemachte.  Zucker? Schwierig. TV? Langweilig. SocialMedia? Ausgeschlossen. Fußball? Niemals. So viel die Wahl auf kein Alkohol. Ich bin nicht als Schluckspecht bekannt. Von daher recht easy. Die 7 Wochen vor Ostern mal anders angehen. Nicht anklagend. Muss man nicht. Ist jedermanns/fraus Sache, ob oder ob nicht. Ob es mir schwer fällt? Ganz ehrlich – mir wurde diese Frage nie gestellt.

Das Paradox unserer Zeit II

Veröffentlicht in 30. März 2014

Das Paradox unserer Zeit ist: Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit. Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten. Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu…

Das Paradox unserer Zeit

Veröffentlicht in 29. März 2014

Es gibt so etwas wie moderne Propheten. Propheten sind keine Wahrsager die die Zukunft voraussagen. Nein, Propheten im biblischen Sinn sagen die Wahrheit ihrer Zeit, unverblümt, direkt und offen. Einer dieser modernen Propheten ist Bob Moorehead, ein amerikanischer Geistlicher. Er hat seine Wahrheiten ins Internet gestellt und seither gehen sie um die Welt. Seinen Blick auf die inneren Widersprüche unserer westlichen Gesellschaft finde ich so bedenkenswert, dass ich einen Teil seiner Worte weitergeben will. Er nennt sie das Paradox unserer Zeit und schreibt: »Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht wie man lebt. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr zur Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht…

Glück ist…

Veröffentlicht in 20. März 2014

1403_nebel_3000
Heute ist der internationale Welttag des Glücks. Unsicher ob man den nicht das wirklich braucht. Um glücklich zu sein vermutlich nicht. Der franzöische Philisoph Jean-Jacques Rousseau dazu: »Glück besteht aus einem schönen Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung.« Mhhh.
Unlängst in den Bergen. Skipiste. Nebel. Die Hand vor den Augen nicht gesehn. Und dann riss der Himmel auf. Durchatmen. Sonne. Genießen. Wenn auch nur für kurz. Es sind die kleinen Momente. Es ist das kleine Glück. Und so individuell wie das Leben.
Apropos Glück. Samstag 15:30 wünsche ich meinen Weiß-Roten endlich das Quentchen Glück. Das wunderbare Gefühl des Siegens nach langer Durststrecke. Die Sonne sehen. Die Hamburger sehen das anderes. Das ist legitim. So ist es nun auch wieder.

Ein wunderbarer Text von Liv Kortina:
Glück ist, dass das Leben dir vieles schenkt. Und wenig erspart.

Glück ist nicht käuflich. Aber vieles, was zum Glücklichsein beiträgt, kostet Geld.

Glück ist nicht jedes Unglück auf den lieben Gott abschieben müssen. Ab und zu kann er wirklich nichts dafür.

Glück ist an den Falschen geraten und trotzdem das Richtige tun.

Glück ist ja sagen können zu dir selbst, wenn alles gegen dich spricht.

Glück ist kein Held sein zu müssen.

Glück ist nicht hier auf Erden Gott ähnlich sein, sondern sein fragendes Gegenüber.

Glück ist nicht konkurrieren müssen mit anderen. Aber etwas leisten dürfen, worin du ganz du selber bist.

Was dir möglich ist

Veröffentlicht in 16. März 2014

»Eines Tages, o Baby, werden wir alt sein, und die Geschichten erzählen, die wir hätten erleben können.« So beginnt ein Lied, das eine junge Frau bei einem poetry slam, einem Dichterwettbewerb, vorgetragen hat. Das Video dazu wurde per facebook so oft verschickt wie kaum ein anderer Beitrag zuvor. Sie beschreibt darin ihr Lebensgefühl: Das Zögern, das Abwarten, ob noch etwas Besseres kommen könnte, die Möglichkeiten, die man hätte, würde man sie ergreifen, die Fehler, die einem passieren könnten, würde man etwas tun. Ein Leben im Konjunktiv. Ein Leben, in dem sich das, was möglich gewesen wäre, im Kopf anhäuft anstatt im wirklichen Leben. Was die junge Frau in ihren poetischen Worten beschreibt, wird auch von Soziologen beobachtet, die unsere gesellschaftlichen Stimmungen und Trends analysieren.…

Fasten

Veröffentlicht in 9. März 2014

Heute verzichte ich darauf, wichtig zu sein. Ich setze mich in den Schatten und lasse geschehen. Noch zappeln die Finger, die Gedanken kreisen um mich und meine Aufgaben. Nach und nach werden die Arme schwer, der Atem beruhigt sich und mich. Nur schauen. Nur sein. Lichtflecken tanzen über das Gras, ein Gänseblümchen zwinkert mir zu. Kleine Meisen lernen fliegen. Der Wind streicht mir übers Gesicht, ein Schmetterling spürt mich auf. Wenn ich still werde, kommen Gott und die Welt zu mir. Quelle: Tina Willms, Spiritletter | 1916

Schweigen ist Gold

Veröffentlicht in 23. Februar 2014

Bertold Brecht. In einem seiner Bücher hat er die Figur des Herrn Keuner erschaffen, um das Leben zu kommentieren. In einem dieser Kommentare geht es darum, dass es manchmal besser ist, nichts zu sagen. Zu Herrn Keuner, dem Denkenden, kam ein falscher Schüler und erzählte ihm: »In Amerika gibt es ein Kalb mit fünf Köpfen. Was sagst du darüber?« Herr Keuner sagte: »Ich sage nichts.« Da freute sich der falsche Schüler und sagte: »Je weiser du wärest, desto mehr könntest du darüber sagen.« Der Dumme erwartet viel. Der Denkende sagt wenig. Quelle: Buch „Geschichten vom Herrn Keuner“ von Bertolt Brecht.

Spuren

Veröffentlicht in 9. Februar 2014

Ein französischer Gelehrter durchquert mit einigen arabischen Forschern die Wüste. Beim Sonnenuntergang breiten die Araber Teppiche auf dem Boden aus und beten.

»Was machen Sie da?« fragt der Gelehrte einen von ihnen. »Ich bete.« »Zu wem?« »Zu Gott.« »Haben Sie ihn denn jemals gesehen?« »Nein«, schüttelt der Araber den Kopf. »Wie können Sie dann nur an ihn glauben?« meint der Gelehrte.

Am nächsten Morgen, als der Franzose aus dem Zelt kriecht, bemerkt er zu einem der arabischen Forscher: »Hier ist heute Nacht ein Kamel gewesen.« »Woher wollen Sie das wissen? Haben Sie es gesehen?« »Nein, aber man sieht doch rings um das Zelt die Fußspuren!« Der Araber weist zum Horizont, wo gerade die Sonne aufgeht in all ihrer Pracht: »Da sehen Sie – die Fußspur Gottes!«
Quelle: Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten,Verlag Andere Zeiten, Hamburg 2005

Danke für die Freunde

Veröffentlicht in 2. Februar 2014

Danke für die Menschen, die uns mit Offenheit und Mut machender Erwartung begegnen. Sie sehen uns in die Augen, ohne uns mit ihren Blicken prüfend abzutasten. Sie vermögen unseren Worten zu lauschen, ohne aus unseren Äußerungen Andeutungen von Schwächen zu erhaschen. Sie reichen uns die Hände in echter, ehrlicher Verbundenheit und erfüllen mit ihrem Händedruck nicht nur Pflichten der Höflichkeit. Sie schließen uns in die Arme, um uns darin zu bergen und Heimat zu schenken. Sie reißen faden-scheinige Schwachstellen im Gewebe unseres Lebensentwurfs nicht mit grober Hand aus, sondern sind bemüht, Seite an Seite mit uns mit zarter Hand Fäden zu weben, welche uns zu sinnvollen Lebenszielen führen.
Danke für die Menschen, die uns in der Begegnung als Geschenk empfinden und dabei ihrerseits zur Gabe werden, die uns erfüllt und bereichert im gegenseitigen Geleitgeben und Weitertragen.
Danke für die Freunde!

Text: Klaus Huber

Mit Stolz den Namen Mensch tragen

Veröffentlicht in 10. Januar 2014

Heute vor 68 Jahren kamen die Mitgliedsländer der UNO zum ersten Mal zu einer Vollversammlung zusammen. Im Gebet der Vereinten Nationen heißt es: Gott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen. Verfasser unbekannt, Gebet der Vereinten Nationen (1942)

Ein Mensch zu sein

Veröffentlicht in 1. Januar 2014

ich wünsche dir dass du wieder mal genau 365 tage zur verfügung hast um dich täglich neu beschenken zu lassen dass du immer wieder gerne lebst jede stunde mit deiner ureigenen lebendigkeit füllst tätowiere dir am morgen einen lobpreis auf die lippen am abend ein dankgebet ins herz mögen dir in diesem jahr nur menschen begegnen die es wirklich gut mit dir meinen und wenn nicht dass es dir gelingen möge ihnen zu verzeihen auch dir selber wenn du nicht so fromm bist wie du es gerne wärest das wünsche ich dir in diesem jahr dass du dich mit deinen ungereimtheiten versöhnst und dass es dir unglaublich gut gefällt ein mensch zu sein. Text: Sabine Heuser

Kniefall

Veröffentlicht in 18. Dezember 2013

Dezember 1970, Willy Brandt, damals Bundeskanzler, kniet am Eingang des ehemaligen Warschauer Ghettos wortlos nieder. Genau dort also, wo Deutsche schwere Schuld auf sich geladen hatten. Eine stumme Geste der Demut und der Bitte um Vergebung für alles, was unser Land den Menschen in Polen angetan hatte. Er habe das nicht geplant, hat Brandt später gesagt. Er habe einfach gespürt, dass nur ein Senken des Kopfs zu wenig wäre. In Deutschland kam das damals nicht so gut an. Die Polen aber haben die Geste verstanden. Politisch hat sie vielleicht mehr in Bewegung gebracht, als alle Worte es gekonnt hätten. Sie war der Auftakt zu einer Zeit der Entspannung, von der unzählige Menschen in Ost und West profitieren konnten. Heute steht nicht weit von diesem…