Posts tagged “geDanken

Anleitung zum gelegentlichen Anderssein

Posted on 16. Oktober 2017

Morgengedanken Bottwartal Marathon 2017 Jesus von Nazareth war ein Meister des Überraschungseffekts. Aber nicht weil er eine Show machen oder die Menschen überrumpeln wollte. Nein, dadurch, dass er die Menschen überrascht hat, hat er sie das Leben tiefer verstehen lassen und sie etwas von Gott spüren lassen. Sei es dass er die üblichen Rangordnungen auf den Kopf gestellt hat – durch Sätze wie »die Ersten werden die Letzten sein« oder dass er die Erwartungen der Leute unterlaufen hat. Wenn er sich zum Beispiel von einer Frau von schlechtem Ruf die Füße salben ließ. Immer ging es ihm darum den Menschen gut zu sein, ihnen gut zu tun, ihnen zu helfen zu sich selbst gut zu sein. Weil so und nur so das spürbar wurde…

Die Simplizität der Umgebung

Posted on 24. September 2015

Die morgendliche S-Bahn-Fahrt nutze ich gerne um schnell ein paar Gedanken zu Papier zu bringen. Pscht. Ist ein Geheimnis. Man sagt das-Papier-zu bringen immer noch. Obwohl zwei Daumen über die Tastatur des Tablets fliegen. Diese ist auf ruhig eingestellt. Bloß keine Geräusche. Nur nicht auffallen. Wie im Theater oder in der Bibliothek. In aller Regel ist während der Fahrt Totenstille. Maximal leises murmeln, rascheln der Zeitung (wird weniger) und Schläfrigkeit. Auch zu Mittagszeit. Selten aufgedreht. Außer Schüler in jungen Jahren. Weshalb erfahrene S-Bahn-Fahrer diese Verbindungen gerne meiden. Und am frühen Abend lärmende Senioren. Die ihren Wanderausflug in einer Besenwirtschaft enden lassen und diese Ausgelassenheit mit in das öffentliche Verkehrsmittel bringen. Für mich ist das die CDU-on-Tour. Weil es vermutlich stimmt. Weil ich mich doch über…

Wayne Shorter

Posted on 25. August 2013

Worte eines weisen Mannes – dem nichts hinzuzufügen ist. » Als Kind träumte ich davon, das Universum zu erkunden, andere Welten und Galaxien zu sehen. Dann stellte ich fest, dass man das wohl nur auf dem Planeten tun kann, auf dem man lebt. Auch dieser Planet wartet auf Erkundung. Es beginnt schon mit der Erkundung des eigenen Selbst. Früher einmal dachte ich, Buddha sei eine Person oder eine Gottheit. Aber die existiert nicht. Es ist ein Zustand, der in menschlichen Wesen vorkommt. Es ist unsere Essenz, unser wahres Selbst. Es existiert in jedem Menschen, ob er es weiß oder nicht. Es schläft, weil die meisten von uns direkt aus der Wiege entführt werden. Wir halten uns an das, was man uns beibringt. Manche Menschen sterben…

Nennt mich nicht Fremde

Posted on 1. März 2013

„Nennt mich nicht Fremde: Ich brauche Kontakte, ganz besonders, wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen. Nennt mich nicht Fremde: Ich brauche das Gefühl ein Zuhause zu haben, ganz besonders, wenn mein eigenes so weit weg ist. Nennt mich nicht Fremde: Ich brauche eine Familie, denn meine habe ich verlassen, um für euch zu arbeiten. Nennt mich nicht Fremde: Wir leben auf derselben Erde, doch meine Heimat ist nicht ‚das verheißene Land‘. Nennt mich nicht Fremde: Meine Sprache klingt anders als eure, doch die Gefühle, die ich damit ausdrücke, sind dieselben. Nennt mich nicht Fremde: Es stimmt, ich bin eine Arbeitsmigrantin, aber unser Gott ist derselbe.“ Auszug aus der Klage einer Arbeitsmigrantin – QUELLE: Werkmappe Weltgebetstag Deutschland 2013

Astronaut #1

Posted on 11. Februar 2013

Unsere Bahnhöfe sind voll davon. Eine Werbekampagne von AXE weckt mancher Jungen – nicht Meinigen – kindlichen Berufswunsch nach dem eines Astronauten. Astronaut, ein etwas in das Vergessen geratener „Beruf“. Einen den man meines Wissens nach nicht erlernen kann – man wird dazu berufen und trainiert. Besondere Fähigkeiten nicht nur physischer Art sind erwünscht. Kein Muss – vermutlich nicht gegen den eigenen Willen. Eher schon eine Ehrensache. Der Begriff Astronaut (v. griechisch ἄστρον astron = Stern + ναύτης nautēs = Seefahrer/Matrose) lehnt sich an das Wort Aeronaut (Luftschiffer) an. Und übt eine Faszination aus. Eingezwängt in eine Kapsel. Schwerelosigkeit. Unvorstellbare Kräfte die auf einen Wirken. Und natürlich – hier schließe ich mich gerne an – einmal unseren blauen Planeten als Ganzes sehen. Von oben.…

Nikolaus

Posted on 6. Dezember 2012

Seibli12_Nikolaus

Eigentlich könnte es uns egal sein, dass einst der Bischof einer hungernden Hafenstadt Kinder mit Essen versorgte.

Aber es ist die Erinnerung an Ängste und Träume, Schiffe und Sehnsucht, Beten und Wunder, die uns diese Geschichte gerade im Advent nächtens und liebevoll vor die Türe und die Schuhe schiebt.

Quelle: Der Andere Advent / Hinrich C.G.Westphal

Innehalten ist Luxus – Gedanken zum Buß- und Bettag

Posted on 21. November 2012

Nie war er so wertvoll wie heute – der Buß- und Bettag. Einst ein arbeitsfreier evangelischer Feiertag. Dann kam er unter die Räder von wirtschaftlichen Interessen. Wurde als Tag des gesellschaftlichen Innehaltens und Besinnens geopfert, um die Arbeitgeberanteile der Pflegeversicherung gegenzufinanzieren. Was – so sagen Kritiker – gescheitert ist. So wurde dieser Mittwoch (immer elf Tage vor dem 1. Advent) ab 1995 ein Arbeitstag. Früher in meiner Kindheit schulfrei. Die ruhige Jahreszeit begann und meist wurde die Autorennbahn in Betrieb genommen. Herbstspaziergänge und Gottesdienstbesuch standen auf dem Programm. Abends meist ein Fußballländerspiel. Ein „Sonntag“ mitten in der Woche. Tempo rausnehmen aus dem umtriebigen Leben. Dieser Tag mit diesem etwas merkwürdigen Namen. Buß- und Bettag. Beten ist ja noch verständlich. Aber Buß?? Mit dem Namen…

Himmelweiter Unterschied – Gedanken zum Reformationstag

Posted on 31. Oktober 2012

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ Martin Luther soll diesen Satz gesagt haben, als er seine Überzeugungen vor den Mächtigen seiner Zeit widerrufen sollte. Manchmal sind es einzelne Sätze, die eine ganze Geschichte erzählen. „I have a dream – Ich habe einen Traum“ von Martin Luther King zum Beispiel. Oder „Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand“ von Arno Pötzsch. Martin Luther hat, bevor er seine evangelische Auslegung der Bibel entdeckte, diese bittere Erfahrung machen müssen. „Wie kann ich Gott gerecht werden?“ – das war die Frage, die ihn umtrieb und die ihn zu manchen Selbstkasteiungen führten. Er betete, fastete, verrichtete die niedrigsten Arbeiten im Kloster, beichtete oft mehrere Male am Tag … aber eine Antwort auf…