Posts from the “Setzen. Sechs!” Category

Meistens kommt’s anders – nur schöner

Posted on 29. Juni 2017

Im Prinzip habe ich heute in der zweiten Schicht was verdaddelt. Nur andersrum. Sprich ich war zuviel. Aber das »blöde« Gesicht des Veranstalters war schon nett anzuschauen als er mich sah. Surpirse. Surprise – ich bin auch da. Obwohl er mir abgesagt hat. Was ich nicht wusste in dem Moment. Rechtzeitig. Von mir bestätigt. Terminchaos. Lieber so als andersrum. Lieber einmal zuviel da, als einmal zuwendig. Hashtag scheissdrauf.
Einzige Enttäuschung war der geile Airstream-Foodtruck. Airstream sind die aluminiumfarbenen Wohnwagen. Wenn ich je mal ich zum Gespannfahrer mutieren sollte – dann nur dieses Teil. Schwer erschwinglich.
Herrlicher Foodtruck. Ich Bock auf Burger. Da isst das Auge mit. »Habt ihr vegetarisch?« Der Griller fasselte was mit Kings und was-weiß-ich…. Nehm ich. Kostet 2,50 €. Oops. Günstig. Dann bekam ich eine Papiertüte. »Das sind ja Pommes!!«. Gesagt mit dem Blick eines Kindes, dem man gerade sein allerliebstes Spielzeug wegnimmt. So kurz vor dem Heulen. Lieblos Päckchen Majo. Päckchen Ketchup. Fertig. Und was jetzt? Ok – die Kings-irgendwas-Pommes waren gut. Muss ich zugeben.
BUT: Eines rufe ich euch Food-Trucker-Hipstern zu: Ihr könnt die geilsten Kisten haben. Die fettesten, hochgelobten Burgers. Wer aber im Jahr 2017 Veggi’s und Vegani’s mit Pommes abgespeist, der ist ein ärmlicher Würstchen-Bruzzler und koch-grill-kreativ wie ein angefaulter miefender Kartoffelsack aus dem vergangenen Jahrhundert. Nix schick. Nix hip. Hashtag scheissdreck. »Wir hatten eine Abfrage gemacht!« Wow, das rettet und erklärt natürlich alles. Sorry mein Fehler. Ein Abfrage! Yeah. Wo? Beim Jahrestreffen der Fleischereifachverkäufer und -innen? Setzen! Sechs!

Über das wollte ich nicht schreiben da es sich nicht wirklich lohnt ein Wort darüber zu verlieren. Hashtag scheissdrauf.

Nun ja – jetzt hatte ich Zeit und eine Idee…
Über Murr ab nach Welzheim. Was abliefern. Hatte ich für’n andermal geplant. Passt. Neo, Handtuch, Badekappe und Brille eingepackt. Schwimmen. Freiwasser. Aichstrutsee.
Wahnsinn. Kein Mensch da. Einen See für mich. Für mich ganz allein. Ruhe. Wolken. Unklares Wetter. Dämmerung. Abendstimmung. Angenehme Wassertemperatur. Zwei Runden geschwommen. Mega.
Man muss nur machen. Aufstehen. Oft, öfters – trotzdem zu wenig. Genug ist nie genug.

Leute – heute war geil. Einmal mehr.

Soundtrack für die Heimfahrt: The xx, I See You

 

Das Ende der Arroganz

Posted on 27. Januar 2016

Die letzten Wochen/Monate sind unreal. Es ist verdammt schwierig zu begreifen was wirklich passiert und ist. Welche Folgen auf uns zukommen können? Ich höre Ängste und Bedenken. Unsicher. Und die Christlich Soziale Union meint klagen zu müssen. Kopfschütteln. Privat ist es nicht damit getan sich von andersdenkenden Facebook-Freunden zu trennen (einen habe ich entfernt). Wissen ist Macht ist im Deutschen ein geflügeltes Wort, das auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626) zurückgeht. Bacon legte in seinen Werken einen Grundstein der Philosophie im Zeitalter der Aufklärung. Sein Bestreben, den Menschen »in einen höheren Stand seines Daseins« zu bringen. Denn Wissen selbst ist Macht. Den Gedanken führte Bacon weiter aus. Wissen und Macht des Menschen fallen zusammen, weil Unkenntnis der Ursache [auch] über deren Wirkung täuscht. Und…

Blau ist Bielefeld

Posted on 31. Oktober 2015

Ein Autobahnparkplatz mit Raststätte in Nirgendwo. Ein Polizeikastenwagen. Zwei Busse voll mit vollen Fußballfans. Eine Hütte in Entfernung. 30 Minuten Pause. Und pissende Männer. Nicht Pinkeln. Pissen. Kein SaniFair. Raus aus dem Bus. Und dem kleinen Manne die große weite Welt zeigen. Und Pissen. »Übel krass«, sagt mein Gegenüber im Bus um halbsieben. Treffend. Irgendwie ein wohl gewohntes Bild. Scheint niemand zu stören. 360 Grad Pissen. Mich schon. Überzahl macht es nicht gewöhnlich. Für mich keine Option. Ich wähle SaniFair und mit meinem 50-Cent-Gutschein einen überteuerten Cappuccino. Die Hütte ist achtzig Meter von der Parkfläche weg. Am Waldrand gelegen. Eine Hütte in der Art, dass pinkelnde Männer in Unterzahl dort Zuflucht für ihre Erleichterung finden. Schamgefühl. Gewöhnlich. Und Graffitis. Auch ein gewohntes Bild. Und…

der nachtzug & die merkel

Posted on 6. Mai 2015

Und sie bewegt sich doch. Sie klein geschrieben. Keine Anredeform für jemand – einzig für die große Welt. Und die Züge. Trotz Lokführer-Streik. Einige. Genügend? Ein Streik, der erstaunlich gelassen von den Betroffenen (sprich Pendlern und Bahnreisenden) akzeptiert wird. Untypisch deutsch. Sehr lesenswert ist dazu der Artikel von Rico Grimm in KRAUTREPORTER. Durchhalten, Bahn, Bürger, GDL! Dieser Streik ist der wichtigste der Berliner Republik. Vermutlich am meisten wird es den Autofahrern aufstoßen. Sie haben jetzt noch mehr Verkehr. Eine noch größere Blechlawine wälzt sich in die Städte. Parkplätze noch rarer. Sage schon immer »car is over«. Untypisch deutsch – weil es wohl ein großes Verständnis für die Situation der GDL gibt. Ich kenne den Herrn Weselsky nicht persönlich. Lege auch keinen allzugroßen Wert drauf.…

Wahres Gesicht I

Posted on 21. Februar 2015

Höchste Zeit. Zeig dein wahres Gesicht. Ehrlichkeit in der Werbung. Kein schön schön. Kein irgendwie mit »wir wollen doch alle eins sein« und so. Eingemacht. Eins will ich, nur mein Produkt vertickern. Art of Time zu sein. Heute nicht. Nicht Jedem und Jeder zu gefallen. Geliked zu werden. Doch: »Wer Jedermanns Freund sein will, wird schnell Jedermanns Dackel« hinterließ der Kluggeist und frühere Stuttgarter OB Manfred Rommel. In dieser Werbung perfekt umgesetzt. Erzählt wird die Geschichte derer, die auf der Strecke bleiben. Derer die vermeintlich kläglich scheitern und am Straßenrand zurückbleiben. Und derer – wer eigentlich? Die Auffallen wollen und doch anonym sind. Oder sehe ich hier irgendwelche Gesichter. In einer Zeit, in der sich die Automobilkonzerne eher auf Schmusekurs mit den aus ihrer…

Je Suis Charlie

Posted on 7. Januar 2015

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ATTENTAT IN FRANKREICH AUF SATIREMAGAZIN
12 Tote.

Den Tätern sei gesagt:
Lacht solange ihr noch könnt!
Ihr könnt uns biegen!
Ihr werdet uns niemals brechen!

Quelle: unbekannt

»Der Terrorangriff in Paris ist entsetzlich, traurig und frustrierend. Und er gefährdet den Frieden zwischen den Religionen. Menschen, die fremdbestimmt sind und nicht über sich selbst, über die Gesellschaft und über ihre Religion lachen können, sind armselige Menschen. Die Satire ist die größte Errungenschaft der Demokratie. Auch für mich als Christ. Dies ist ein wirklich trauriger Tag.«

KOMMENTAR JÖRG HAMMER (PASTOR DER EMK)

»Einen weniger guten Tag hatte heute die überwältigende Mehrheit derjenigen Menschen, die einfach in Frieden leben und nichts mit derartigen Extrempositionen zu tun haben wollen – darunter Muslime, Christen, Anhänger anderer Religionen, Agnostiker und Atheisten.«

KOMMENTAR DER POSTILLON

 

OHNE WORTE WAS DIESE BEIDEN MELDEN
PEGIDA…
…sieht sich durch das Massaker bestätigt. Auf der Facebook-Seite heißt es: »Die Islamisten, vor denen Pegida seit nunmehr zwölf Wochen warnt, haben heute in Frankreich gezeigt, dass sie eben nicht demokratiefähig sind, sondern auf Gewalt und Tod als Lösung setzen! Unsere Politiker wollen uns aber das Gegenteil glauben machen. Muss eine solche Tragödie etwa erst in Deutschland passieren?«
AFD
Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, sieht den Anschlag auf die Redaktion als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida. »All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft«, sagte Gauland.

 

Eigentlich sind mir der Menschenhaufen und die vermeintliche Alternative scheissegal. Unser Grundrecht erteilt Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Das ist gut so. Und sie in eine Ecke zu treiben halte ich für fragwürdig, zu einfach – daher langweilt es mich. NUR: An diesem Tag diese Aussagen. Mir fehlen die Worte. Selbstausgrenzung. Untragbar. Verständnislos schüttle ich meinen Kopf. Arme Irre. Wir müssen reden.

Hier noch im Nachtrag ein sehr lesenswerter Bericht von Peter Richter

Kleiner Hinweis: Alles unterstrichene ist verlinkt mit ebenfalls interessanten Artikel.

Aufgabe

Posted on 6. November 2014

Alles ruhig in der Schattenstraße. »Fuck the Lokführergewerkschaft…« Höre und lese ich gerade öfters. Geht nichts. In der Hoffnung, dass jede und jeder irgendwie dorthin gekommen ist wo man zwingend sein muss. Nicht einfach. Schwierig und anders, wenn gewohntes nicht mehr gewöhnlich ist. Muss später nach Stuttgart. Unter Zeitdruck. Wenn Termine und Versprechungen sich jagen. Ist manchmal so. Das ist eher das größere Grundübel als… ja als der verpasste Zug. Die rote Ampel. Der Superstau. Keine Ahnung wie ich gen Landeshauptstadt kommen soll. Das Zeitfenster ist ein kleines und das Automobil trotz allem keine Option. Dass nichts geht – wie aktuell auf der Schiene – ist in unserer Heimat tägliche Wirklichkeit. Um ruhig zu bleiben brauchst du Zeit. Und/Oder Nerven wie breite Nudeln, sagen wir Schwaben. Trotz…