Beiträge aus der Kategorie “QuerBeet

Der Rucksack & der Schnee

Veröffentlicht in 26. Januar 2026

Ich habe mir geschworen, dass … na ja. Man kann ja wenigstens mal schauen. Googeln ist schließlich noch kein Kaufen. Googeln ist eher ein vorsichtiges Blinzeln in Richtung der möglichen Möglichkeiten Und dann stolpere ich über die Maße eines Rucksacks in Inches und lande beim Umrechnen in Zentimeter – mir deutlich mehr vertraut – bei: 0.0267313982 m⁻⁵·kg²·s⁻⁴·a⁻³ bytes Ein Wert, der klingt wie ein Scherz, den das Universum sich erlaubt hat. Physik. Bytes. Irgendwas mit hoch minus irgendwas. Nichts davon gehört zu meiner Kernkompetenz. Wobei ich mich ohnehin frage, ob ich so etwas wie eine Kernkompetenz habe. Das ist keine Unsicherheit. Eher eine nüchterne Bestandsaufnahme. Mein Kopf ist kein Werkzeug. Er ist ein Streuner. Er kommt und geht, behält Dinge für sich, wirft mir…

Leben leben eben.

Veröffentlicht in 21. Januar 2026

Ich habe das Gefühl, ich sitze auf einem Baum. Auf einem Ast. Meine Beine baumeln. Blick nach unten. Es ist nicht hoch. Kein Absturz. Und trotzdem Bedenken. Vielleicht passiert nichts. Vielleicht genau das. Die Leute sagen, es gibt Schutz. Für Schwangere. Für Betrunkene. Ich bin beides nicht. Oder doch. Betrunken vor Lebenslust. Betrunken vor Sehnsucht. Nach Glück. Nach Losgehen. Ohne Sicherung. Schwanger? Dem Kommenden Gestalt geben. Verantwortung für Anfänge übernehmen. Zukunft verkörpern. Dem Leben Raum und Traum geben. Leben leben eben. Ich habe das Gefühl, ich sitze auf einem Baum. Auf einem Ast. Meine Beine baumeln. Blick nach links. Politik. Geräuschkulisse. Die Stimmen werden leiser, nicht weil es ruhiger wird, sondern weil sie sich ähneln. Zustimmung, Empörung, richtige Haltung. Mehr Gedanken, mehr Reflexion, mehr…

Die Tagesschau

Veröffentlicht in 15. Januar 2026

Wie ist dein Ritual, dich upzudaten? Zu festen Zeiten, zu festen Bildern, zu festen Stimmen und Stimmungen? Ich frage mich das immer öfter, denn ich schaue Nachrichten weder morgens noch abends. Nicht aus Desinteresse und nicht aus Trotz. Eher aus dem Gefühl heraus, dass mir beides im Moment nicht guttut. Diese Phase läuft seit Monaten, Jahren gar. Der Morgen ist mir zu offen dafür, der Abend zu voll. Ich kenne das Ritual, ich respektiere es, für viele ist es richtig. Für mich nicht. Ich bin eher ein Leser. Zeitungen, unterschiedliche. Am liebsten einen Tag später. Nicht der Bericht darüber, was passiert ist, sondern der Versuch zu verstehen, was es bedeutet. Kommentare, Meinungen, Reibung, Pro und Contra. Nicht, um mir eine Wahrheit zu leihen, sondern…

Korona

Veröffentlicht in 4. Januar 2026

Ich liebe die Zeit zwischen den sogenannten Jahren. Etwas wird langsamer. Die Tage, vielleicht auch der Mensch. Ich. Eine Ruhe breitet sich aus, die man sonst in Kursen über Resilienz und Aufmerksamkeit sucht, oft teuer bezahlt und doch vermisst. Ganz frei bin ich nicht. Drei feste Arbeitstermine liegen in diesen Tagen. Und gerade deshalb mag ich sie. Sie gehören dazu, wie Markierungen in einer ansonsten offenen Landschaft. So wie meine Radstrecke. 500 Kilometer. Kein Pappenstiel. Irgendwo habe ich einmal geschrieben, es sind nicht die Tage, sondern die Kilometer die zählen. Dieser Satz passt – für eine Weile. Meine, die Welt steht nicht still. Ich weiß das. Aber sie fühlt sich an, als würde sie kurz anhalten. Dieses gute Gefühl reicht. Es schenkt mir Ruhe.…

Saal. Saat. Staat.

Veröffentlicht in 13. November 2025

»Was meinst du mit Melodie?« Ein leises Peep. Dann Stille. Meine Tastatur hatte sich mit einem kleinen Lied verabschiedet – eine Melodie, die ich im selben Moment vergesse. Danach geht nichts mehr. Kein Buchstabe, kein Wort, kein Satz. Nur Schweigen zwischen Finger und Maschine. Nur in meinem Kopf rattert es. Ein etwas anderes. Es ist seltsam, wie sehr sie zu mir gehört, diese Tastatur. Ich spüre jeden Anschlag, als wäre er ein Teil meines eigenen Körpers. Der Druck, der Klang, das kurze, trockene Klicken – all das ist mir so vertraut wie mein eigener Atem. Ein guter Tastendruck ist wie ein gutes Werkzeug: unscheinbar, unverzichtbar. Ich habe einmal gelesen, dass Pianistinnen und Pianisten sich im Gefühl unterscheiden. Die Noten eines Musikstückes bleiben gleich. Sind…

demütig.

Veröffentlicht in 4. November 2025

Abschluß-Gedanken Gaffenberglauf | 02. November 2025 Ich kenne viel die hier am Gaffenberg »gewirkt« haben. Eine Wirkung – Erinnerungen hinterlassen haben. Erinnerungen, die mit dem Ausstieg aus dem Shuttlebus zurück sind. Spätestens dann. Vielleicht prägend für das eigene Leben. Wer noch nie hier war – schön ist es hier.Ich bin kein Heilbronner. Ich kenn es von Erzählungen – hier auf der Bühne ist schon Gianna Nannini gestanden. Der von mir verehrte Gerhard Polt und die Well-Brüder.Und wenn alles vorbei ist – der Lauf – der Tag – dann gibt es wohl – so habe ich es mir sagen lassen – die guten Worte mit auf den Weg. Zurück – hinab gen Heilbronn. Der Wochenspruch.Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist:Gottes Wort halten, Liebe…

PLONG

Veröffentlicht in 28. Oktober 2025

…. und es hat PLONG gemacht. Ich schiebe mein Fahrrad durch die Nacht nach Hause. Es war wunderschön. Der Mond. Dunkelheit. Vereinzelt mondbeleuchtete Wolken in großer Geschwindigkeit ziehend. Ich wünschte ich könnte das öfters. Zu müde. Zu wenig Schwung. Einen Hund für dieses Erlebnis zu haben ist undenkbar. Ich sehe mich nicht mit einer Plastiktüte in der Hand um die Geschäfte meines Lieblings zu säubern. Das muss Liebe sein. Dem vermeintlich besten Freund des Menschen…. Vermutlich sehe ich es zu negativ. Lassen wir das. Ich habe den Snakebite erwartet. Ein Snakebite ist ein, bzw. zwei schlangenbiss-ähnliche Löcher im Fahrradschlauch. Der Reifen schlägt bei zu niedrigem Luftdruck oder harter Kante (z. B. Bordstein, Stein, Wurzel) auf die Felge durch. Der Schlauch wird zwischen Felge und…

S. D. G.

Veröffentlicht in 19. Oktober 2025

Morgengedanken 21. Bottwartal Marathon S. D. G.diese drei Buchstaben schrieb der berühmte Komponist Johann Sebastian Bach im 18. Jahrhundert unter viele seiner Werke. Sie stehen für Soli Deo Gloria, das bedeutet doppelt: allein Gott sei die Ehre. Soli Deo Gloria – eine Andacht für Bewegte. Marathonlauf würdig. Manchmal, bevor der Startschuss fällt, ist alles still.Nur das Herz schlägt – ruhig und wach,bereit, etwas Größeres durch sich hindurch fließen zu lassen.Wir atmen das Jetzt.Der Körper ist kein Tempel aus Stein,sondern ein klingendes Instrument. Wir messen Zeiten, zählen Schritte, den Herzschlag, V2OMax.Das Eigentliche entzieht sich jeder Uhr.Denn nicht der Sieg ist die Krone,sondern der Moment, in dem wir uns selbst vergessen.Gott sei Dank – unmessbar.Der Moment in dem alles Eins wird –Kraft, Atem, Erde, Puls. Soli…

New York

Veröffentlicht in 11. Oktober 2025

Wein. Brot. Musik.Die Harmonikafreunde laden ein – in meinem Heimatort, zu einem Abend, der nach Gemeinschaft klingt. Weinprobe, Brotprobe. Verkosten, genießen, zuhören. Keine Sensationen, keine großen Namen – nur bekannte Melodien, die man summen und singen kann. Vertrautes. Und genau das reicht manchmal schon für einen schönen Abend. Für das Gefühl: Wir gehören zusammen. Für einen Moment, der dem ganzen Dorf guttut.Einer der Titel des Abends: »Ich war noch niemals in New York«. Natürlich, Udo Jürgens. Für manche klingt dabei sofort seine Stimme im Ohr, für andere vielleicht die Version der Sportfreunde Stiller. So oder so – ein Lied, das Erinnerungen wachruft.Ich weiß noch genau, wie es war, als ich das erste Mal dort ankam. Gelandet in Newark, mit dem Zug zur Penn Station,…

Herrschaftszeiten!

Veröffentlicht in 2. Oktober 2025

Personen auf den Gleisen. Herrschaftszeiten, denke ich. Innerlich ruhig, wie der Zug, der still steht. Anders geplant. Dabei habe ich versucht, das Beste daraus zu machen. Schon die S-Bahn mit Verspätung bringt vieles durcheinander. Die Unpünktlichkeit der Bahn ist ein großer Feind der Demokratie, habe ich unlängst in einem Podcast gehört. Der Grund: fehlende Verlässlichkeit.Der Mensch möchte sich verlassen können, ein Grundvertrauen in eine Sache, in einen Menschen haben. Kann ich gut nachvollziehen. Ob deshalb die Demokratie ins Wanken kommt — das kann ich nicht allgemein beantworten. In meinem Denken: nein. Ein Nebenschauplatz — mehr nicht. Es ist der kleine Stein, der Schneeball, der die Lawine meist auslöst. Schon im Bus brüllt eine Frau den Busfahrer an, was ihm einfalle, mit Verspätung hier anzukommen.…

Die Kastanie

Veröffentlicht in 10. September 2025

Die erste Kastanie zwischen den Fingern – jedes Jahr ein kleines Wunder und Freudenfest. Ich war nicht darauf vorbereitet. Sie lag einfach da. Ich halte an und mache einen Umweg um den Baum. Ich schiebe mit dem Fuß das Laub zur Seite. Auf der Suche. Früher warfen wir Äste in den Baum, um mehr zu ernten.Sie, die Kastanie, rollt nun hin und her, glänzt wie frisch lackiert – ein Vorbote des Herbstes.Herbst ist, wenn die Sonne ihre Kraft verliert.Herbst ist, wenn die Schulkinder bei Nebel an der Bushaltestelle warten.Herbst ist, wenn das Freibad schließt.Herbst ist, wenn die Bäume Farbe verlieren.Herbst ist, wenn es merklich früher dunkel wird.Wenn das Jahr sich verneigt – und sich meine innere Uhr langsam auf Kerzenschein umstellt. Und trotzdem: ich…

Ja zur Schokolade

Veröffentlicht in 3. September 2025

Die Tage trieb sie mich um, die Schokolade. Von verschiedenen Seiten. Nicht weil ich sie gegessen hätte – vielmehr die Gedanken daran, die Gelüste, die Möglichkeit, in meiner Schublade eine Tafel zu finden. Ich habe eine Schublade in der sich Süßigkeiten befinden.Am Sonntag noch hatten wir über Preise gesprochen: Lindt, knapp sechs Euro. Wir beide: WHAT?Und trotzdem wurde gekauft. »Der Kakaopreis ist explodiert«, sagt mit die Bäckersfrau. Ahh. Wie viel davon bei den Menschen wohl ankommen wird. Also bei denen die die Bohnen pflücken? Offenen Fragen.Dann Schlagzeilen von null auf neunzig auf meiner Lokalzeitung. Reden auch andere drüber. Ist Thema. Eine Marke erhöht den Preis und schrumpft zugleich die Tafel von 100 auf 90 Gramm. Verbrauchertäuschung wird laut gerufen. Eine Verbraucherzentrale klagt. Und ich?Im…