Es regnet. Und es ist Montag.

Wie Tropfen, die zitternde Kreise in ’ne Pfütze zeichnen, tanze ich zwischen Fußball-Vorfreude und Fußball-Sommerschlaf.
Das passt. Denn was da gerade im deutschen Fußball passiert, ist ein Pfützentheater ganz eigener Art: heiß verhandelt, kalt erwischt, jetzt Stimmung wie Nieselregen auf nassem Kunstrasen.
Ein Spieler – nennen wir ihn Mondschein – verhandelt mit einem neuen Klub. Im Hintergrund. Ohne offizielle Freigabe. Ein kleiner Satz fehlt: „Der aktuelle Verein hat zugestimmt.«
Hat er aber nicht. Dafür wurde schon alles andere geregelt. Geld, Laufzeit, Perspektive. Alles unter der Decke – bis sie verrutscht.

Und dann?
Dann ist die Empörung groß.
Die Stimmung: mies.
Der Spieler: wortkarg.
Der Verein: verärgert.
Die Presse: hungrig.
Und der Fan? Weiß auch nicht so recht, ob er sauer sein darf – oder einfach nur müde.

Dabei ist die Regel klar:
Wer unter Vertrag steht, verhandelt nicht mit anderen – es sei denn, der Verein erlaubt es. Schwarz auf Weiß. Arbeitsrechtlich. Sportlich. Menschlich. Punkt.

Aber warum einfach, wenn’s auch lukrativ geht?
Weil es eben nicht um ein paar Euren geht. Sondern um viele. Um sehr viele.
Da reden Menschen über »Mehrwert«, während draußen Leute mit Mindestlohn den Rasen pflegen. Da geht es nicht ums Überleben, sondern ums Optimieren. Und da wird ein Vertragsbruch schnell zur Karriereoption umgedeutet.

Was mich daran stört?
Nicht der Wechsel.
Nicht das Geld.
Sondern die Haltung.

Dass sich der Spieler jetzt als Opfer gibt (meine politische Wahrnehmung)– das ist das eigentlich Erschütternde. Dass viele Fans das Spiel durchschauen – ist immerhin ein Trost.

Denn eigentlich ist alles ganz einfach:
Wenn du dich verzockt hast, sag: »Mein Fehler.«
Wenn du Regeln gebrochen hast, steh dazu.
Wenn du dich im Trikot eines Vereins schlecht fühlst – dann geh. Aber ehrlich.

Und ja, es regnet.
Schon wieder.
So nervt alles – am wenigsten das Wetter. Die Stimmung wird sich gedreht haben – und einer wird gelächelt haben. Ganz sicher.