1511_allerheiligen1000Es gibt Menschen, die haben an irgendeinem Punkt in ihrem Leben etwas von der Gottes Botschaft begriffen. Sie haben Ernst damit gemacht und versucht, im Sinne Jesu zu leben. Jemand hat solche Menschen als »den wichtigsten Kommentar zum Evangelium« bezeichnet (Hans Urs von Balthasar). Sie waren bisweilen – wie ihr Freund Jesus – Grenzgänger aus Liebe.

Katholiken und Orthodoxe nennen sie Heilige. Evangelische sagen: exemplarische Christen, Vorbilder. Elisabeth von Thüringen und Franz von Assisi, Mutter Teresa und Dietrich Bonhoeffer. Heute ist ihr Gedenktag: Allerheiligen. Eher sperrig.

Heilige sind ganz normale Menschen. Müssen auf staubigen Straßen ihren Weg durchs Leben gehen, ohne Abkürzungen, ohne Schleichpfade. Heilige sind Menschen, die sich längst nicht immer fest mit Gott verbunden fühlen. Heilige haben ihre Glaubenszweifel. Gott scheint ihnen über längere Strecken sehr fern, weit weg zu sein. Mutter Teresa zu solche Erfahrungen. In einer Tagebuchnotiz hält sie fest: »Da ist nichts mehr, wohin ich mich wenden könnte: kein Gott, kein Vater, kein Hirte und kein Gegenüber; nur diese erschreckende Leere.« (Komm, sei mein Licht, Pattloch Verlag München 2007)
»Heilige sind Menschen, durch die es anderen leichter wird, an Gott zu glauben.« (Nathan Söderblom).

Aha.

Allerheiligen ist kein Fest der toten Helden. Keine Leistungsschau der religiösen Elite. Allerheiligen ist Besinnung auf Werte in Erinnerung an Menschen, die sich auf Erden bemüht haben, die Welt etwas menschlicher zu machen. Eigentlich ein Grund zu feiern. Versuchen es diesen gleich zu tun. Kleine Dinge. Mal hier mal da. Reicht.
Ich geh jetzt mal raus. Schau mich um. Eine Runde um den Block. Herbstlaub aufwirbeln und den Tag. Das Leben wartet…

Inspiration & GeKlaut: Kirche im SWR