Als wäre es gestern: Am Dampf von Neckarwestheim vorbeigeradelt. Keine Angst, kein Schrecken – aber dieses Gefühl, das bleibt. Nicht laut, nicht panisch, eher ein leises: Hier stimmt etwas nicht. Etwas, das größer ist als ich und gleichzeitig unsichtbar.
Als wäre es gestern. Mittwoch. Fußball. Grüne Wiese. Alles wie immer – und doch nicht. Tschernobyl (April 1986) hing irgendwo zwischen den Bäumen. Nicht sichtbar, aber da. Die Expert:innen sagten, es bestehe keine Gefahr. Man solle vielleicht kein Wild essen, wenn möglich. Dieses »wenn möglich« blieb hängen, wie ein Komma, das nicht weitergeschrieben wird,
Heute also: Small Modular Reactor. Schon der Name. Small. Als wäre es ein Gadget, ein Campingkocher der Energiepolitik. Ich tippe »SRM«. Mein Gerät denkt an Fahrräder, an Sitzrohrmaß, an Rahmenhöhe. Wie passend – es bleibt menschlich, greifbar. Bis ich nachschärfe: Small Modular Reactor. Und plötzlich wird aus Technik wieder etwas anderes,
Als wäre es gestern. Wir sitzen am Waldrand. Ravioli, Esbit, zwei Löffel. Ein kleines Feuer auf metallenem Klappgestell. Das man sieht und versteht. Das man im Notfall austreten kann. Und jetzt stelle ich mir vor: Du, ich, jede und jeder – ein kleines Stück Uran, verpackt wie Kaugummi. Bitte vorsichtig entfalten. Energie zum Mitnehmen,
Es klingt absurd. Und gleichzeitig wird genau so darüber gesprochen. Klein, modular, beherrschbar,
Ich habe keine Ingenieurskenntnisse, keine Reaktorphysik. Nur dieses Gefühl, dass Dinge, die man nicht versteht, nicht automatisch harmlos werden, nur weil man sie »small« nennt,
Ein Ministerpräsident sagt, man sei bereit für einen Test. Ein Land als Versuchsanordnung. Ich denke an Abstimmungen, an Winterspiele, an Stimmen, die Nein sagen können – und manchmal auch überhört werden,
Ich weiß nicht, wohin mit dem Müll. Ich weiß nicht, wie lange er bleibt – wohl verdammt lang. Ich weiß nicht, wie viel Uran es gibt. Einfach zu besorgen oder ähnlich der fossilen Energie mit Kriegen in der Luft? Ich weiß nur: Zeit spielt hier anders. Es darf in Generationen gedacht werden. Kurioserweise gilt das in der Politik nicht für alle Bereiche – warum auch immer,
Acht-Familien-Haus groß, sagen sie. Modular. Skalierbar. Effizient. Mein Garten ist dann doch zu klein. Und selbst wenn nicht – was würden die Nachbarn sagen?
Wahrscheinlich das Gleiche wie ich: Es ist nicht die Größe, die uns unruhig macht. Es ist dieses Gefühl, dass wir etwas anschieben, das wir nicht mehr zurückholen können,
Punkt. Ich weiß nicht weiter. Meinung haben ist einfach,
