TAG 2

Erster Radtag. Easy. 75 Kilometer. Dem Mur-Radweg entlang. Von der Murr (mein Heimatort und gleichnamiger Fluß) an die Mur. Wusste bis dahin nicht dass es diesen gibt. Wie so vieles. Der Weg ziemlich ok. Erst am Ende nach Verlassen des Mur-Radweges wird es etwas wellig. Wenn du über die Grenze fährst ist es anfänglich sehr unschmuck. Du fährst in Richtung einer Autobahneinfahrt. Die Firmen rechts und links scheinen bessere Zeiten gehabt zu haben. Dann folgt ein Kreisverkehr und Hofer und TED. Hofer ist ALDI. Ist so auch in Österreich. Den Grund kenn ich nicht. Bei Hofer fällt mir das Lied von Wolfgang Ambros ein. »Dr’Hofer wars der Sündenbock. Dr’Hofer den eh keiner mag«. Gesungen im österreichischen Schmäh. Es geht um einen Mord. Hofer ist der Hauptverdächtige. Beim letzten Vers singt Ambros »eins ist ganz gewiss, dass die Leiche dr’Hofer ist.«
Dann rechts ab und es wird ländlich. Eine Rampe mit knapp 15% Steigung. Knapper Kilometer. Parallel zur Autobahn. Eigentlich idyllisch. Höfe und Pferde. Die Autobahn topfeben. Mit viel Beton wurde die Autobahn in das Tal gestemmt. Wenn du da durchrauscht – siehst du nichts. Ist ja auch nicht die Idee von daher ok.

Angekommen in Slowenien. Ich weiß nichts über das Land. Nicht mal Fußball. Nur Tadej Pogačar und Primož Roglič überragend im Radsport und der Basketballer Luka Dončić.

Maribor. Eine Stadt am Fluß. Es ist die Drau. Dom, Altstadt. Eine Unmenge Kneipen und Wirtshäuser.

Sonst noch: 75k Gegenwind (zum Teil aus der Hölle). Lecker Birnen-Streusel-Kuchen unterwegs. Österreichisches Militär hüpft in Reih und Glied aus dem Wald. Die Golf-Fahrerin, die mich schier über den Haufen gefahren hat, hat sich nach anfänglichem Unverständnis höflich entschuldigt. Cappuccino für 1,50 €. Freunde, die zufällig heute auch in Maribor verweilen und ein gemeinsames Abendessen.

Ich bin etwas angespannt was morgen sein wird. Plan eine Nummer zu groß. Ich kann Slowenien nicht einschätzen. Lass dich überraschen rede ich mir gut zu. Und: Ist ja erst morgen. Davor kommt die Nacht. Heulende Motoren und anfahrende Busse. Ich schließe das Fenster.