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Der Schocker kommt per eMail. Mein ausgewählter Zug meidet möglicherweise Stuttgart. Grund: Kurzfristige Baustelle. Mein Plan käme durcheinander. Mit dem Zug nach Graz, so die Idee. Direktzug. Ohne umsteigen. Ich liebe das. Gelassenheit pur. Wenn Verspätung – komme ich später an. Mehr nicht. Scheißdrauf. Es bleibt der einzige Aufreger heute.

Bissle die Füße vertreten in Graz. Ich kann nicht den großen Abriß über die Stadt machen. Nicht das Loblied singen. Wenn ich an Graz denke, denke ich an Sturm Graz. Fußball. Franco Foda hatte dort als Trainer eine gute Zeit. Kurz spielte er mal beim VfB Stuttgart. Vielleicht verbinde ich zuviel mit Fußball. Kann sein. Habe gegoogelt ob es ein Montagsspiel gibt. Gibt es nicht.
Zentrum. Brücke. Gassen. Kunsthaus. Dom. Pizzeria. Café. Dann wird es dunkel und ich will zurück ins Hotel. Nachts und alleine in einer fremden Stadt ist nicht so meines. Ich erinnere mich an furchtlose Zeiten. Quer durch New York. Mitternacht. Furchtlos ist nicht das richtige Wort.

Löblich, in der Grazer Innenstadt ist das fahren mit der Straßenbahn gratis. Kommt mir entgegen. Alle paar Minuten kommt eine. Nehm ich. Der Laufweg ist etwas kürzer. Steige zu früh aus und laufe die letzten Meter. Was auffällt, wenig Autos und viele Fahrräder. Es braucht mehr Zeit sich auf eine Stadt einzulassen.
Heute ist der Tag der Wetter-App. Regen ist angesagt. Die ganze Woche. Die Region und überhaupt braucht den Regen. Beim Radeln eher blöd. Das geistert komplett in meinem Kopf rum. Verunsichert. Andere Streckenplanung? Abrechen und mit dem Zug weiter. Ist das mit meiner Planung ähnlich und ggf. eine Alternative. Komme ich an? Habe ich Freude oder wird es ein Kilometerfressen. Das Nachdenken macht die Sache nicht einfacher.

Es wird Zeit dass es losgeht. Morgen früh. Gleich nach dem Frühstück. Life begins After Coffee.
