Gefühlt zieht mich heuer die Ostsee in ihren Bann. Nach der Tour im August (Prag x Greifswald) jetzt nochmals im November. Viel schöner in dieser Jahreszeit. Mit Wetterglück. Weniger Menschen – was für den Tourismus im November vermutlich ok – im Sommer ein Debakel wäre.

Ist es im Osten schöner?
Erstmal mehr Platz. Die Dörfer kleiner. Damit weniger Verkehr. Urwüchsig. Und mit den Fördergeldern der EU wurden Radwege gebaut. Gut so? OK – klar Klientendenken. Andere hätten sich möglicherweise andere Förderungen gewünscht. Einzelne Ortsdurchfahrten mit roubaixartigem Kopfstein ist vermutlich denkmalgeschützt. Ich hörte meine Handgelenke kotzen.

Höhepunkt
Küstenlandschaft zwischen Priwall und Barendorf mit Harkenbäkniederung. 10 Kilometer reines Radglück.

Schwentinental
Wenn man weiß, dass die Schwentine ein Fluß ist, macht der Ortsname Sinn. Wusste ich nicht. Schwenitental. Kontinental in meinen Gedanken. Die Schwentine fließt durch 17 Seen zum Meer.
Schön? Na ja…. War froh als ich durchgefahren war. Keine Lust zu verweilen und nach den Schätzen zu suchen. Gefühlt wurde es danach schöner.

Maritim’sche Wolkenkratzer
101m Timmendorf Strand (von 1974). 119m Travemünde (von 1974). Wusste nicht das Travemünde ein Stadtteil von Lübeck ist. Auf dem Fährschiff hätte das Deutschland-Ticket gegolten. Seht es als Wirtschaftsförderung. Kurioserweise nur als Person. Das Fahrrad ist zahlungspflichtig. Ein Kombiticket gibt es nicht.

Ansonsten…. Gute Beine. Lange nicht mehr so lange und viel am Stück gefahren. Einzig in und aus Kiel raus blöd. Nichts los in der Stadt am frühen Sonntagmorgen. Jede Ampel rot. Jede. Mit Phasen die Nervenstärke voraussetzt. Die Menschen im Norden gelten allgemein als ruhiger und bedachter. Ich so nach 10x rot. Kopf nach links. Kopf nach rechts. Kopf nach links und scheiss auf das rote Männchen. Es fühlte sich saugut an, das System zu überlisten.

In Wismar. Rein ins Hotel. Ein Rain-Dance-Duschglück.