I have a dream

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Ich habe einen Traum

Aktuell gehen sehr viele Menschen auf die Straße. Vermutlich hat auch eine Rednerin, ein Redner diese Worte wiederholt. Diesen: Ich habe einen Traum.

Es treibt mich aktuell sehr um. Umgang. Der Umgang. Wie gehen wir miteinander um?
Wird miteinander weniger? Der Ton rauer.
Was muss geschehen, dass wir miteinander und gemeinsam eine neue Stärke finden?

NEIN.
Versteht mich richtig.
Ich bin Optimist.
Mein Glas ist halbvoll.
Aber haben wir – wir als wir alle – noch die Fähigkeit die Stimme dieser Erde zu hören? Die Stimme des Menschen. Übertönt mein eigenes ICH dieses Rufen der Erde? Übertönt mein eigenes ICH dieses Rufen der Menschen?

Ich war vor ein paar Jahren in Auschwitz. Letzten Sommer in Flossenbürg. Sogenannte Konzentrationslager. Orte der Vernichtung. Der Zerstörung. Menschenfeindlich. Mensch sortiert aus. Mensch wird aussortiert.
Marcel Reiff – der Sportreporter erzählte seine Geschichte dieser Tage im Deutschen Bundestag bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Sagte/wiederholte die Worte seines Vaters Leon an ihn gerichtet.
Drei Worte nur in dem warmen Jiddisch
Sej a Mensch
Sei. Ein. Mensch.
Eine einfache Botschaft

Andächtig setze ich mich nieder
Und ich habe einen Traum

Was in mir heute noch nachhallt – ist die Ruhe. Die Stille. Die Totenstille.
Da ist – nach All-den-Jahren
Da ist – kein fröhliches tanzen.
Und Freude wächst schon zweimal nicht.

Genug der Schwarzmalerei.
Genug der Angstmacherei.

Hoffnung und Trost und Werbung für das Gute.
Dass da ist VIELFALT.
Dass da ist MENSCHENFREUNDLICHKEIT.

Dass da ist GESELLSCHAFTSORIENTIERT.

Dass da ist NÄCHSTENLIEBE.
JA – Ich habe einen Traum.

Welche Sprache spreche ich? Die Sprache welcher Menschen möchte ich sprechen? Und wie blüht mein Himmel?