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Gerne wird dieser Tage dies Bild verschickt. Es passt ja auch. Schmunzelnd gestehe ich ein. Nett. Wie man landläufig sagt. Kinder laufen am 11. November in Erinnerung an den Heiligen Martin mit ihrer Laterne – hoffentlich nicht virtuell am heimischen Rechner – durch die Nacht und die Gassen. Wir »Weiss-Roten« mit der Laterne des Schlusslichts. Zum Jubeln nicht zumute. In eine traurige »Alles-Ist-Mist-Fußball-Depression« zu verfallen noch weniger. Momentaufnahme. Lieber jetzt – als am letzten Spieltag. Yeah. Durchhalteparolen. Immerhin ist Aufgabe einer Laterne zu leuchten. Wegweiser durch das Dunkel. Hoffentlich zu einem »Und-wir-sehen-einen-neuen-VfB«. Das ist das, was wir Fans uns wünschen. Menschen sagen dazu Perspektive. Nicht dass ich irgendwelche Willen abspreche. Es sind Kleinigkeiten die über Erfolg und Niederlage entscheiden. Wie auch in Bremen. Ist ja nicht so dass wir untergehen. Nein. Es fehlt etwas. Das Gewisse. Die Unbekümmertheit eines Kindes beim Laternenlauf. Unbekümmert. Drauf los. Wie die Freiburger vs. Schalke. Was immerhin den schönsten Satz des Spieltages »Für Schalke ist Konstanz eine Stadt am Bodensee« hervorbrachte. Und die Frage ob die Dortmunder Laterne eigentlich gelb gewesen wäre? Beantwortet durch ein kurioses Eigentor und Wechsel der Farbe. Rote Laterne. In Erinnerung an einen, der von »von oben herab« teilt. Gründlich. Radikal. Vorbild und Herausforderung. Er hilft, in dem er real teilt, seinen Mantel, hälftig auf den meisten Darstellungen. Das heißt: Solche Hilfe spüren beide. Der Arme kann leben. Und Martin spürt, eine Mantelhälfte herzugeben ist weit mehr als ein paar Geldstücke, die man hinwirft. Seine Hilfe betrifft auch sein Leben.
Gründlich. Radikal. Furchtlos… so sollten die nächsten Begegnungen angegangen werden. Die wirklichen Fans gehen viele Weg mit. Das nennen wir »treu«. Laterne hin. Laterne her.