Archiv für

Arschloch-Dichte

Veröffentlicht in 27. Mai 2017

Auch wenn die U-Bahn voll ist: Kirchentag ist super. Hier kommen die Leute zusammen, die etwas ändern wollen und noch Sinn im Sein suchen. Wunderbar beschrieben, geschildert wie auch immer in der TAZ von Bernhard Pötter! Ach Gottchen – der Unterricht an den Schulen fällt aus! Die U-Bahn ist voll! In den Turnhallen riecht es nach Schweiß! Das Gemaule über die Protestanten, die Berlin fluten, gehört in der Hauptstadt des Meckerns fast schon zum guten Ton. Aber es geht nicht ums Deo. Sondern ums Deo Gratias – Gott sei Dank haben wir sie, die Halleluja-Schlümpfe. Die freundliche Übernahme Berlins durch die singenden, tanzenden und manchmal nervenden mehr oder weniger Gläubigen ist das Beste, was der Stadt passieren kann. Bei Kirchen- und Katholikentagen ist die Arschloch-Dichte…

Snitzeljagd, Schockenporn & Himmelfahrt

Veröffentlicht in 26. Mai 2017

Irgendwann am Berg Richtung Buoch. »Achim, kann es sein dass du die Socken falsch herum angezogen hast?« so ein Mitfahrer. Dazu gibt es drei Dinge zu sagen: 1. Mein Training- und Leistungsstand, gepaart mit »Ruhm, Schweiß und Ehre“ widerspricht augenblicklich meiner These und Möglichkeit am Berg von hinten gesehen zu werden. Irgendwie kann ich mich doch immer wieder überraschen. YEAH. 2. Schließt an 1. an. Am Berg mit dem Rad unterwegs habe ich andere Sorgen als auf die Sockengewohnheiten meiner Mitradler und innen zu achten. Daraus zwei Dinge: Respekt auf welche Kleinigkeiten Menschen für gewöhnlich achten. Wobei unterschätze niemals den #sockenporn. Und ich hätte auch nicht die Luft jemanden wegen des Sockentragens anzusprechen. Dies schließt sich wieder mit 1. an, nur dass ich mich…

Ostertalbach

Veröffentlicht in 18. Mai 2017

»Du musst links von dem Strudel reinspringen. Rechts zieht es dich nach links.« Was kein Widerspruch ist. Auch kein Problem. Und wenn, »steht Rita mit dem Seil da. Du greifst es und sie zieht dich raus.« Ich bin mir nicht sicher ob sie noch »alles easy« gesagt hat. Ich solle wenn alles gut ist mit der Faust auf den Helm klopfen, als Zeichen dass alles ok ist. Ich bin nicht der Erste unserer Gruppe der hier springt. Auf jeden Fall höre ich ein »Brille runter«. Das war die Ansage. Na prima. Die Ausgangslage Irgendwo in einem reißenden Bergbach bei Gunzesried im Allgäu. Einsteiger-Canyoning wie ich später lesen werde. Für mich durchaus genügend. Reicht. Gruppe von 12 Personen. Dazu 14 Dioptrien Glasstärke meiner Brille. Die Dioptrie (griechisch: Mittel zum…

Der Prellbock und das Kryptonite

Veröffentlicht in 10. Mai 2017

 

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Runter nach Friedrichshafen. Ich sage es so platt. Ohne zu wissen wie hoch Friedrichshafen wirklich liegt. Also meine Meereshöhe und so. Bodensee. Rhein. Mhh… in etwa doch höher? In den Süden fährt man runter. In den Norden hoch. Vermutlich geht es richtigerweise eher runter, wenn man nach oben fährt. Und der Süden ist höher gelegen. Wenigstens anfänglich. Wie wohl andere darüber denken und sagen. Also die im Norden meine ich.
Ich navigiere durch die Bahn-App. Verbindungen ok. Baden-Württemberg-Ticket. Die immer-wieder-kehrende-Frage. Hat mit »kehren»« nicht wirklich was zu tun. Kostet das Fahrrad extra? Da mein Fahrrad mal schwarz gefahren ist. Sprich ohne Ticket. Ich 60 Euren (plus Gebühren) bezahlen durfte – besser musste (wenn du Post einer russischen Inkassofirma bekommst, geht es dir nicht mehr ums Prinzip), bin ich auf Nummer sicher gegangen. Extraticket über Online – ich sage mal schwierig oder ich bin zu doof. Also rechtzeitig am Bahnsteig sein. Fahrtkartenautomat. Vier Felder zur Auswahl. Tastatur. Suche »Fahrradticket«. Gefunden. Bezahlt (5,50 Euren den ganzen Tag im Nahverkehr, kurioserweise kann ich in Marbach/Neckar ein Radtages-Ticket für Bayern und NRW kaufen). EC-Karte rein. PIN. Schnipsel kommt raus und Quittung. Gutes Gefühl.
Nach Stuttgart. Über die Nordsee zwecks kleinem Happen zum Bahnsteig 15.
Höre »Oberleitungsschaden zwischen Göppingen und Plochingen«. Prima. Keinerlei Züge in Richtung Ulm. AHA. Läuft.
Navigator. Alternativen anschauen. Nicht wirklich. ICE. OK – die werden doch mit sich reden lassen. Müssen. Transportauftrag und so. Vertragliche Bindung mit dem Kauf des Tickets. Und fährt er überhaupt? Fährt. Rein. Mit Rad. »Das Rad muss raus«, so die freundliche Schaffnerin bestimmend. Aber…. versuche ich zu sagen. Du merkst schnell wenn »aber« sinnlos ist. Schnell das Bike am Bahnsteig-Anfang mit dem Kryptonite versorgen. So ein Kopfbahnhof hat was. Prellbock. Geländer. Hoffend das es noch hängt, wenn ich zurück.  Kein Verbotsschild »Fahrrad abstellen und hängen verboten« dran. Die Idee hatte bisher niemand.

Nächster Versuch. Mitfahrt-Genehmigung erteilt. Trotz ungültigem Ticket. »Hier kann ich mal drüber wegsehen (großzügig – danke vielmals). Fahrrad aus Sicherheitsgründen (mangelnde Befestigungsmöglichkeit) absolutes NEIN.« Ein Schaffner-Kollege musste wohl mal 500 Euren Strafe bezahlen, höre ich sie erklärend sagen. Ganz ehrlich… habe mir bei der Abfahrt bereits Gedanken gemacht ob eine Fahrrad-Mitnahme überhaupt Sinn macht. Heute mit Sicherheit nicht. Im Nachhinein ist man manchmal klüger.

Ulm. Ankunft in Friedrichshafen.
Ich höre noch sagen »und was wenn Achim nicht kommt«. Ich bin da. Alles gut.

Die 5,50 Euren hätte ich mir sparen können.
Friedrichshafen liegt 400 m über NHN.
Und mein Rad war noch da. Diese Geschichte gibt’s ein andermal.

Der schwarze Punkt

Veröffentlicht in 4. Mai 2017

Heute im Radio… Eines Tages kam ein Professor in die Klasse und schlug einen Test vor. (…) Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. (…) „Ich möchte Sie bitten, das aufzuschreiben, was Sie dort sehen.“ (…) Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler (…) hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position, (…) sein Größenverhältnis zum Papier usw. Nun lächelte der Professor und sagte: „(…) Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder hat sich auf den schwarzen Punkt konzentriert – und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen (…).…