Archiv für

Bananeneis auf Lebenszeit

Veröffentlicht in 29. April 2014

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Dani Alves vom FC Barcelona wurde beim Spiel in Villareal von Fans mit einer Banane beworfen. Der dunkelhäutige stürmende Außenverteidiger wollte gerade eine Ecke ausführen. Alves hob die Südfrucht auf, schälte sie, aß sie. Rassismus und wie man ihn cool und schlagfertig kontert. Rassismus einfach aufessen. Ach, wären doch nur alle Probleme einfach aufzuessen: Armeen aus Gummibärchen, Panzer aus Marzipan und so weiter. Weiter bis zur der Solidarisierungwelle voller Bananen-Selfies. Flagge, ähh. Banane zeigen. Krass auch, dass Donald Sterling bei den Los Angeles Clippers raus ist. Besser raus muss. Ging schnell. Die NBA sagt Stop Racism. Ein Anfang? »Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern,« sagt ein afrikanisches Sprichwort. Freunde veranstalten Radrennen. Motto: Stop Racism. Start Raceism. Es muss nicht immer Banane sein.

ZEITstrafe

Veröffentlicht in 24. April 2014

Es muss alles besser werden. Muss? Der Mensch neigt dazu. Manchmal wäre mir ganz lieb wenn es genauso bleibt wie es ist. Bin ich jetzt konservativ? Schreck. Schockstarre. Der Begriff ist negativ belastet. Oft. Was im Prinzip nicht stimmt. Übersetzt heißt es erhaltend, bewahrend. Hat was. Logisch. Nicht immer. Neu ist seit diesen Tagen das App der ZEIT. Version 2.1. Mit einem progressiven Download ausgestattet, sodass mit der Lektüre der ZEIT bereits während des Ladevorgangs begonnen werden kann. So die Idee. Ein ZEITgewinn. Nur, dass das Update völliger Mist ist. Das Laden dauert deutlich länger als bisher, wenn es überhaupt funzt. Immer wieder starten. Abbruch. Neu laden. Also mehr ZEITaufwand. Statt ZEITersparnis eine ZEITstrafe. In diesem Fällen neige ich alles beim Alten zu belassen.…

Ostern eben anders

Veröffentlicht in 20. April 2014

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Alles anders. Bei Dunkelheit die Schuhe geschnürt. In aller Herrgottsfrühe. Eine Kirche. Bergdorf. Seeblick. Menschen tun das gelegentlich. Sonnenaufgang Viewing. Ostermorgen – auch ich. Obwohl kein ausgewiesener Wandersmann. Auf den Weg, besser Trampelpfad gemacht. Immer den Berg hoch. Steinig. Schmal. Überschaubar. Wenig von Abenteuer und Gefahr. Muss nicht. Dann der Ausblick. Es hat sich gelohnt. Wie sich manches lohnt. Wenn man es tut. Tun würde. Immer ein eigenes Empfinden. Nicht übertragbar. Neben Taschenlampe. Nikon. Ein Bier. Ungewöhnlich. Lebe lieber ungewönlich, so lautet ein Filmtitel. Wohl war. Ostermorgen. Auferstehung. Prosit. Kommt angeblich von »Genieße«. Was ich tue. Cheers Welt! Diese ist am Erwachen. Guten Morgen. Frohe Ostern sagt man gewöhnlich. Bin denselben Weg wieder talwärts gelaufen. Eigentlich nicht mein Ding. Ostern ist eben alles anders.

3 Tage noch

Veröffentlicht in 18. April 2014

Schlag auf Schlag einstecken. Verachtung, Demütigung, Gewalt, Folter – die Schlagzeilen des Tages. Karfreitag. Einer der schwierigeren Tage im christlichen Fest- und Freudenkalender. Verachtet und verlassen. Ein Mann der Schmerzen. Mit Leiden vertraut. Einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. Bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Um unserer Übertretungen willen durchbohrt. Wegen unserer Missetaten zerschlagen. Wenn ich mich auf den Anblick des Kreuzes einlasse, stellt sich die Frage nach Gott und Gottverlassenheit. Es ist nicht Gott, der demütigt und schlägt. Wir werden auf uns selbst zurückgeworfen. Wir spielen mit in diesem Drama. Als diejenigen, die Gewalt zulassen und ausüben können. Als diejenigen, die von Schuld befreit werden, weil einer für Gerechtigkeit sorgt. Es geht um unsere Rolle. Unsere Verantwortung. Unsere Befreiung. Diese Art der…

Aus einem Guss

Veröffentlicht in 14. April 2014

Und wie fasten Sie? Martin Buber erzählt von einem Chassid, der einmal von Sabbat zu Sabbat fastet. Am Freitagnachmittag überkam ihn ein so grausamer Durst, dass er meinte sterben zu müssen. Da erblickte er einen Brunnen, ging hin und wollte trinken. Aber sogleich besann er sich, um einer kleinen Stunde willen, die er noch zu ertragen hätte, würde er das ganze Werk dieser Woche vernichten. Er trank nicht und entfernte sich vom Brunnen. Stolz flog ihn an, dass er die schwere Probe bestanden habe. Wie er dessen inneward, sprach er zu sich »Besser, ich gehe hin und trinke, als dass mein Herz dem Hochmut verfällt.« Er kehrte um und trat an den Brunnen. Schon wollte er sich darüber neigen, um Wasser zu schöpfen, da…

89 unverdient

Veröffentlicht in 13. April 2014

»Ich denke aber, dass die Punkteteilung am Ende verdient ist.« Lucien Favre, Borussia Mönchengladbach

Gesagt. Verdient? Großes Fragezeichen. Als Fußballfan muss man vieles ertragen können. Interviews. Krampf. Versiebte Torchancen. Planloses Gekicke. Verschossene Elfer. Lattenknaller. Klägliche Bemühungen des eigenen Teams überhaupt so etwas was-nach-Fußball-aussieht zu spielen. Das schlimmste überhaupt: Gegentore in den Schlußminuten eines Spiels. Haare raufen. Darf das wahr sein? Zum x-ten mal in dieser Saison den vielgepriesenen Sack nicht zugemacht. Gut gespielt. Vorbildlich gekämpft. Der Mensch sich nicht selber belohnt. Ein großartiges Rennen fährt. Mit Vorsprung auf die Zielgerade einbiegt. Die Kette reißt, die Gabel bricht oder ein anderes Malheur ihn einholt. Der Ball im Netz zappelt. Die schlechtere Mannschaft doch noch was reißt. Die vermeintlich Abgehängten aufschließen. Alles dahin, außer des Gegners Lobeshymne. Toller Typ. Tolles Team. Und bestimmt irgendwann ein Rennen gewinnen wird. »Im Sturz durch Raum und Zeit, Richtung, Unendlichkeit. Fliegen Motten in das Licht…« Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Und Morgen erwacht ein neuer Tag. Platte Satzbausteine. Gesungen oder gesprochen. Aus Höflichkeit. Der platte Reifen, der den Sieg zunichte macht, hat wenig höfliches an sich.

KVALITET eine Gute

Veröffentlicht in 12. April 2014

Fährste Öffentlich. Haste Augen offen. Kannste was entdecken. Iste ja nicht so, dass ich mich darüber lächerlich machen will. Dickes Schmunzeln. Foto gezückt. Iste auch nicht ganz so einfach mit der Sprachen. Dem Schreiben. Mit dem Genitiv und so. Im Deutschen im ganz besonderen. So heißt es. Immer wieder eine Herausforderung. Für den Einen mehr – für den Anderen etwas weniger. Und das meine ich geschlechterneutral. Hätte statt »den die«, »Einen Eine«, »den die« und »Anderen Andere« schreiben können. Bin mir nicht mal ganz sicher ob das mit dem GROSS SCHREIBEN so korrekt ist. Könnte googeln. Arbeite nicht mit WORD oder einem Rechtschreibprogramm. Lieber frei Schnauze. Auf mich selber angewiesen. Im Zweifelsfall ist es falsch oder nur halb richtig. Der Kollege Handwerker ist dem…

Fahrt aufnehmen

Veröffentlicht in 9. April 2014

Aufwachen. Aufstehen. Den Eingang zum Tag finden. Fensterblick. Sonne scheint. Laufen gehen. Nein es ist nicht 6 Uhr oder früher. Nenne es liebevoll 7 plus x. Sehr angenehm. Morgenluft. Vögelgezwitscher. Dieser Luxus ist mir durchaus bewusst. Die Garagen und Stellplätze der Nachbarn sind leer. Das vertraute Rauschen in der Ferne. Nicht Natur. Nicht Wasserfall. Die Autobahn. Wirtschaftsregion Mittlerer Neckar. Der Tag nimmt Fahrt auf. Meine Morgenrunde. 36 Minuten. Knapp 6 Kilometer. Es ist kein Training. Ich werde und will keine Rennen gewinnen. Es ist den Tag anderes zu beginnen. Fahrt aufnehmen. Den Moment zu nutzen. Die Langsamkeit entdecken. Beeindruckend ein Freund, der in seiner Mittagspause hin und wieder die Stadt seiner Arbeit erkundet. Unterschiedliche Stadtteile. Immerwieder eine andere Ecke. Zu Fuß. Mit öffentlichen Verkehrsmittel.…