Archiv für

Seattle 23.11.1997

Veröffentlicht in 31. Januar 2014

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Der eigentliche Reisegrund war ein anderer. Snowboarden und Basketball. Aus Langeweile was es in dieser Stadt so alles gibt ein Ticket gekauft. Ein Sonntag im November. In den USA von September bis Ende Januar reserviert für die National Football League. Der Kingdome. Hässliches Betonkuppelgebäude. Zwischenzeitlich abgerissen. Beeindruckend. Die Größe der Halle. Mit 66.264 Zuschauer gefüllt. Plus Spielfeld.
Mein erstes Footballspiel live. Mein Allererstes überhaupt. Einfachste Regelkunde durch meinen Nebensitzer. Elvis Presley. Vater, Sohn und Opa. Drei Generationen im Dome. Opa war Elvis. So wusste ich in etwa um den Sinn des Spiels. Heute weiß ich mehr – ein wenig wenigstens.
Am Ende stand ein L 14-19 (vs. Kansas City Chiefs). L für Losing. Verloren. Der Beginn einer Freundschaft. Seitdem bin ich ein Seahawk. Anhänger eines der bisher erfolgloseren Teams. Das »WHY« musste ich schon oft beantworten. Sonntag sind wir im Superbowl XLVIII. #GoHawks.

Forever Young

Veröffentlicht in 28. Januar 2014

Folkmusik und sein Sinn für Gemeinschaft seien untrennbar gewesen, und wo er eine Gemeinschaft gesehen habe, habe er die Möglichkeit politischer Aktion gesehen, schreibt Musikkritiker Jon Pareles in der New York Times. Die Texte und Melodien seiner Lieder waren simpel, schon nach kurzer Zeit konnte jeder mitsingen. Oft forderte Seeger sein Publikum auf, in seine Lieder mit einzustimmen. »Beim Singen gibt es keine falsche Noten«, sagte er einmal. Hier eine wunderschöne und eindrucksvolle Interpretation des Bob-Dylan-Klassikers „Forever Young“. Gänsehaut. May God bless and keep you always May your wishes all come true May you always do for others And let others do for you May you build a ladder to the stars And climb on every rung May you stay forever young Forever young,…

Im Jahr der Sieben

Veröffentlicht in 20. Januar 2014

Was es bedeutet, dass ausgerechnet 2014 eine GroKo regiert. Die Quersumme von 2014, darüber haben sich viele noch gar keine Gedanken gemacht, lautet sieben. Und da die Sieben eine Sonderstellung unter den Zahlen besitzt, wird das Jahr 2014 auch ein ganz besonderes. Das ist so logisch wie die Tatsache, dass die Summe aus göttlicher Dreifaltigkeit und den irdischen Elementen die Quersumme von 2014 ergibt. Die Sonderstellung der Sieben zeigt sich in vielem: Es gibt sieben Tage, sieben Weltwunder, hinter sieben Bergen sieben Zwerge, sieben Todsünden, modernen Siebenkampf, sieben Sakramente, Siebenmeilenstiefel, sieben Wunder Christi, sieben Arme der Menora, Siebensachen, sieben Weltmeere, sieben Runden um die Kaaba, die vier mal sieben Tage eines Mondzyklus, die sieben Helden von Theben, sieben auf einen Streich, die sieben letzten…

Wer darf in die Arche?

Veröffentlicht in 15. Januar 2014

Jetzt also die Zauneidechse. Diese bremst eine Biogasanlage in einem Stuttgarter Vorort aus. Mehrkosten für das Volk (geschätzte zwei Millionen Euro). Na toll. Feldhamster stoppt Universität! Fledermaus verhindert Autobahn, Juchtenkäfer Bahnhofsbau, Wachtelkönig Wohnsiedlung! Nichts empörender als das. Da läuft die Industriefraktion zu ganz großer Fünfziger-Jahre-Form auf, da wird gehämt und gegeißelt und den Anfängen der Ökodiktatur gewehrt. So gerade erst wieder in Hamburg, als es hieß, ein furzender Fisch (ein darmatmender Schlammpeitzger aus der Familie der Steinbeißer) verhindere den Bau eines ganz wichtigen Industrieparks, vernichte Myriaden von Arbeitsplätzen. Ein Furzflosser! Natürlich sind wir alle für die »Bewahrung der Schöpfung«. Natürlich soll für den Blauwal, für Nashörner und die Okapis alles getan werden. Aber wo ist die Grenze. Wo machen wir halt. Paar Jahre her.…

Der weiße Nebel wunderbar.

Veröffentlicht in 12. Januar 2014

»Ausgangs der Nacht im Bergland und an der Küste stürmische Böen oder Sturmböen, in der Osthälfte starke Böen. Verbreitet Glätte, im Süden und Westen gebietsweise auch Nebel. Am Tage im Osten noch starke, in exponierten Lagen stürmische Böen. Heute früh gibt es auch im Norden und Osten kaum mehr Schauer, meist bleibt es den ganzen Tag trocken. Nach Nordosten zu zeigt sich die Sonne allerdings eher selten. Die Temperatur steigt auf 2 bis 7 Grad.«

Mhhh – nicht so prickelnd die Vorhersage. Meist wird noch die Kölner Bucht erwähnt. Ausgerechnet. Klamotten zusammenpacken und die Laufschuhe schnüren. Und Handschuhe. Und Mütze. Winterlich kühl. Nicht kalt. Ein wunderbares Laufen. Eine wunderbare Stille und Stimmung. Einer meiner Lieblingswege. Zu jeder Jahreszeit.
Läufer und Walker. Radfahrer. Und es wurde gerudert. Auf dem Neckar. Mitten im Januar. Winterlos. Einzigartige Kulisse. Muss nur aufstehen, rausgehen und loslaufen. Wenn’s auch schwerfällt. Heute hat es sich gelohnt. Sehr gelohnt.

Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar
Matthias Claudius, 1778

Es blieb überwiegend nebelig an diesem Sonntag. Selbst in den Straßen und Gärten meines Heimatortes. Selten so. Aber schön. Nach dem Lauf entspannt von drinnen nach draußen schauen.

Mit Stolz den Namen Mensch tragen

Veröffentlicht in 10. Januar 2014

Heute vor 68 Jahren kamen die Mitgliedsländer der UNO zum ersten Mal zu einer Vollversammlung zusammen. Im Gebet der Vereinten Nationen heißt es: Gott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen. Verfasser unbekannt, Gebet der Vereinten Nationen (1942)

Elefanten lieben Weihnachtsbäume.

Veröffentlicht in 8. Januar 2014

Mann zieht Christbaum hinter sich her. Entsorgen schon vor dem »offiziellen Weihnachtsende« an Dreikönig. »Weihnachten vorbei,« frage ich im vorbeilaufen. »Gott sei Dank,« die Antwort. Welch ein Wortspiel. Wie beim eigenen Geburtstag. Schon schön. Sehr schön. Aber Achim ist auch froh wenn vorbei. Wie der liebe Gott auch. Happy Birthday. Happy New Year. Happy Ostern. Happy Xmas. Ehrlich. Weihnachten taugt nicht zur großen Show. Klein. Fein. Stall. Ein Stern der den Weg den Weisen weist. Irdisch: Hochbetrieb bei der Post. Plötzlich schreiben die Menschen wie verrückt Grüße und Briefe. Ist doch irgendwie besser als elektronisch. Überraschend. Warum eigentlich? Wie warum? Warum an Weihnachten? Mhhh. Hochbetrieb in den Kirchen. Brechend voll – warum auch immer? Wie warum? Warum an Weihnachten? Mhhh – besinnlich? Und und…

Heul doch.

Veröffentlicht in 3. Januar 2014

Wenn selbst ein Polizist von einem Idioten spricht. Dann ist dieser Mensch noch gut bedient. Was los? Erster Freitag im Monat. Zeit für Critical Mass in Stuttgart. Wieder mal den automobilen Bürgern zeigen, dass »Wir nicht stören – sondern Verkehr sind«. Wohlgesonnen. Keine Staus. Keine Probleme. Und das im Abendverkehr der Landeshauptstadt Stuttgart. Alles easy. So easy. Bis auf einen Straßenmitbenutzer an einem Kreisverkehr einer schwach befahrenen Straße. Ich in einer Ordner-ähnliche Rolle – im CM-Jargon »Corks«, d.h. Korken genannt – unterwegs. Aufgabe: Straße absperren, Gruppe schützen, zukorken halt. Der Straßenmitbenutzer in einem geliehenen Elektro-Smart-to-Go. ER: Fenster runter und aufgebracht rufend »Was soll diese Scheiße?«. Ich: »Critical Mass«. Er: »Diese Warterei kostet mich mehr Miete«. Aha – ja dann Heul doch – wollte ich in einer spontanen Reaktion sagen. Die schöne »Freie Fahrt für Freie Bürger« (Autoaufkleberaktion 1974 des ADAC). Aber der Mann hinter der runtergekurbelten (besser runtermotorisierten) Scheibe hat Recht. Das kostet kostet. Pro Minute laut aktuellem Tarif 0,29€. Nur hat ER: keine Vorfahrt. WIR: Vorfahrt und im Verbund und polizeigeschützt (was in CM-Kreisen eher verpönt – in Stuttgart aber alternativlos ist). Oh Mann. Was macht ER an einer roten Ampel. Dreht ER durch? Oder den Smart ab – gilt mit etwas Verhandlungsgeschick vielleicht als parken was IHM 0,10€ Ersparnis pro Minute bringt. Sauber.

EASY, ea ea, mh mh
EASY, ea ea, mh mh

Weißt DU übrigens, dass die theoretischen Grundlagen für die Festlegung der Phasenabläufe an Lichtsignalanlagen in den „Richtlinien für Lichtsignalanlagen“ (RiLSA 1992) zu finden sind? Lieber mal merken für die nächste Trivial-Pursuit-Battle. Heisst übrigens belanglose Verfolgungsjagd. Und dass der ADAC am 24. Mai 1903 im Hotel Silber in Stuttgart als Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung gegründet wurde ist bekannt. Und noch was: Sechs Monate verharrt der Erdenbürger vor einer roten Ampel. Wie verzichtbar. Zum Heulen.