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Let it E

Veröffentlicht in 27. August 2013

Heimspiel. Nach vielen Kilometern auf Straße und Schiene – endlich. Meine beste Band der Welt in Stuttgart. Vor der Haustüre. EELS. Theaterhaus. Hallengröße beschaulich. Nah dran. Musik pur. Frontman, Singer und Songwriter Mark Oliver Everett – genannt E hat es eh nicht viel mit Worten. Eher ein Kauz, was in seiner Autobiographie »Glückstage in der Hölle: Wie die Musik mein Leben rettet« nachzulesen ist. Meist sieht man E auch nicht. Mütze, Bart, Schleier, Tücher und die obligate Sonnenbrille. In Stuttgart war E gut zu sehen. Eigentlich ungewöhnlich fröhlich standen EELS mir ihren adidas-Retro-Trainingsanzügen auf der Bühne. Viel Freude. Viele Umarmungen mit den Bandmitglieder »Give me a hug«. Gute Performance. Absolute Perfektion in den Riffs. Gut eingespielt und spielfreudig sowieso. Tour 2013 gitarrenlastig. Richtig gut. Anfangs hart – dann was für »die Ladies«. E und seine EELS spielen eh ihre Songs gerne mal anders. Ist Mr. E’s Ding. Konserve ist Konserve. Live ist live. Jede Tour anders. Alles andere langweilt E. Daher überraschend.  Gelungen. Singt keiner mit. Keiner weiß was kommt. Einfach genial. Musikalisch wunderbar, wie u.a. im Stones-Hit »Beast Of Burden« der nach EELS-Methode gespielt. Vielleicht besser. Einfach anders – wie EELS halt so Musik macht. Nicht abgenudelt, weil in den üblichen Radiostationen nicht vorkommend. Auch das ist gut so. Bleibt EELS heimlicher – ist mir Recht. Nicht satt gehört. Müssen auch nicht viele kennen. EELS lassen sich nicht bevormunden. Das Konzert ist unser sprich E’s. Nach 96 Minuten ist Schluss. Reichen für vollste Zufriedenheit. Danke E und EELS. Nächstes Mal muss ich wohl wieder Strecke zurücklegen. Bin bereit – ggf. auch weit.

Und muss ich in der Stuttgarter Zeitung doch lesen, dass es unter Hallenlicht und verdutzten Technikern noch eine weitere Zugabe gab – in E-Dur wohlgemerkt. Scheiss drauf – ich war nicht dabei.

Wayne Shorter

Veröffentlicht in 25. August 2013

Worte eines weisen Mannes – dem nichts hinzuzufügen ist. » Als Kind träumte ich davon, das Universum zu erkunden, andere Welten und Galaxien zu sehen. Dann stellte ich fest, dass man das wohl nur auf dem Planeten tun kann, auf dem man lebt. Auch dieser Planet wartet auf Erkundung. Es beginnt schon mit der Erkundung des eigenen Selbst. Früher einmal dachte ich, Buddha sei eine Person oder eine Gottheit. Aber die existiert nicht. Es ist ein Zustand, der in menschlichen Wesen vorkommt. Es ist unsere Essenz, unser wahres Selbst. Es existiert in jedem Menschen, ob er es weiß oder nicht. Es schläft, weil die meisten von uns direkt aus der Wiege entführt werden. Wir halten uns an das, was man uns beibringt. Manche Menschen sterben…

Kurz innehalten.

Veröffentlicht in 22. August 2013

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Feldrand. Zwischen Sommer und Herbst. Abgeerntet oder in voller Pracht. Das Foto: Farbe oder Schwarz-Weiß. Beides hat seinen Reiz. Unterschiedlich und doch ein und dasselbe Bild. Selbe Stelle. Geknipst während eines Laufes. Kurz innehalten. Marathonvorbereitung. Nicht exzessiv. Stetig. Wissend was kommt. Besser wenn schön. Das war’s an diesem Tag. Morgenfrische. Herrliche Luft und gute Beine. Ideal. Vor allem das Letztere. Die Strecke verlängert sich wie von selbst. Mehrfach noch was angehängt. Und die Zeit dazu gehabt und/oder genommen. Doppelt gut. Offene Augen für das was sonst noch ist außer Bodenbeschaffenheit, Begegnungen mit Mensch, Tier, Auto, und Traktoren. Wohin des Weges? Strecke eh bekannt. Immer wieder schön. Hoffentlich noch für eine lange Weile. Es sind noch 73 Tage.

Süß ist der Sieg

Veröffentlicht in 11. August 2013

Mainz. Erster Spieltag Fußball-Bundesliga. Es geht wieder los. Ungewöhnlich: Mit dem PKW des Sonntags gen Rheinland-Pfalz. Der Bahnhof lahmt und ist ins Gerede gekommen. Der Stuttgarter auch – nur anders. Diskussionen hie wie da. Viel Bewegung auf dem Platz, wo bekanntlich die Wahrheit liegt. Fünf Tore. Damit logischerweise kein Unentschieden – was möglich gewesen wäre, wie auch ein Stuttgarter Sieg. Die Presse meldet den gerne verwendeten Satzbaustein der auf »nicht unverdient» endet. Na prima. Wie einfaltsreich. Für Chronisten: Drei Mainzer treffen – nur zwei Stuttgarter. Die Zuschauer sehen ein gutes Fußballspiel. Wirklich zufrieden am Ende nur die Mainzer, ob der drei Punkte und dem damit gelungenen Saisonauftakt. Applaus gibt es vom Stuttgarter Anhang für die Schwabenkicker. »Schieber« Rufe gen Schiedsrichter. Der eigentlich Meyer heißt…

Fautenhau

Veröffentlicht in 8. August 2013

Aspach. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen und ehemaligen Gemeinden Großaspach, Kleinaspach, Allmersbach am Weinberg und Rietenau. Zu diesen Ortsteilen gehören noch weitere räumlich getrennte Weiler und Wohnplätze mit eigenem Namen, die nur sehr wenige Einwohner haben. Und natürlich der Fautenhau. Eigentlich ein Freizeitgelände, in dem vor wenigen Jahren Kettensägen und Bulldozer ihre Arbeit verrichtet haben. Neben Freizeitheim und Tennis wurde der Fußballplatz vergrößert. Entstanden »ein schmuckes Stadion ohne Anzeigetafel« wie die Stuttgarter Zeitung trocken bemerkte. Normalerweise gehen hier die Kicker der SG Sonnenhof Großaspach in Liga vier auf Torejagd. Andrea Berg feiert alljährlich ihr Open Air. Sonstige kulturelle Highlights finden Gefallen bei Jung und Alt aus Nah und Fern. Und jetzt Europapokal. Das Stuttgarter Stadion verhindert wegen Robbie Williams (britischer Musiker und Gründer von Soccer Aid). Deshalb Provinz. Europapokal. Der Cup der Verlierer wie er betitelt wurde. Trotzdem ist es nur wenigen vergönnt darin ihre Ballkunst zu zeigen. Wie eben die Weiß-Roten des VfB Stuttgart 1893. Eher zufällig dabei – trotzdem mit ganzem Herzen. Gegner: Botev Plovdiv (Bulgarien). Hinspiel eine Woche zuvor 1:1. Die heimischen Fans, die mit einer großen Fröhlichkeit ausgestattet, sich trotz eines dürftigen torlosen Unentschieden, am Weiterkommen freuen konnten. Auswärtstor zählt doppelt. Keine Gewinner – außer der Fautenhau. Schöner Sommerabend. Zum Weitererzählen. Weißt du noch… Internationaler Fußball in der Provinz. Da gehörte er an diesem Abend im August auch hin.

Bergauf & Bergab

Veröffentlicht in 6. August 2013

Stuttgart. Erster Freitag im August. Critical Mass. (Noch nie gehört? Dann am besten mal nachlesen in Wikipedia.) Schon die Anfahrt wird zur Hitzeschlacht. Lechz nach Wasser. Die Kessellage tut ein übriges. Halbsieben. Treffpunkt Feuersee. Eine kleine Szene bekanner Gesichter. Ansonsten immer wieder neue Gäste, die die Fahne der Critical-Mass-Stuttgart hochhalten. Das ist gut. Los gehts. Die BummBox, anfänglich Rhythmusgeberin, nimmt sich irgendwann eine Auszeit. Luftmangel. Die Menschen radeln weiter. Stetig. Bergauf und Bergab. Tunnel. Brücken. Bundesstraßen. Teils polizeilich gedrosselt. 17 Kilometer. Ein Traum. Menschen am Straßenrand vermuten eine Demonstration. Bahnhof? Nein – es geht um die Rechte der Radfahrer. Höchste Zeit dafür… Click Clip bei YouTube/SeiterBlick. Weitere Infos unter criticalmassstuttgart.wordpress.com.

Warum ist nicht nichts?

Veröffentlicht in 4. August 2013

Menschen können nach Gott fragen, aber sie müssen es nicht. (Georg Scherer) Eine evangelisch-reformierte Pfarrerin aus der Schweiz hat diese Tage in einem Rundfunkgespräch die Existenz Gottes abgestritten. »Es gibt keinen Gott«, sagte Pfarrerin Ella de Groot im Schweizer Radio SRF 2 Kultur. »Alles was wir über Gott sagen ist unsere Fantasie, ist in unserem Kopf entstanden«, sagte sie. Die Pfarrerin in Muri-Gümligen im Kanton Bern erklärte weiter, dass sie auch nicht an das ewige Leben glaube. Die gebürtige Niederländerin, die in ihren Gottesdiensten keinen Talar trägt, wollte sich aber nicht als Atheistin bezeichnen. »Diese Frage stellt sich für mich nicht.« In ihrer Gemeinde denke sie mit den Menschen darüber nach, warum es das starke Bedürfnis nach einem Gottesglauben gebe. Viele Kirchenbesucher fühlten sich…

Mick Jagger

Veröffentlicht in 3. August 2013

03. August 2006 45.000 Menschen sind ins Gottlieb-Daimler-Stadion nach Stuttgart gekommen, um ihren Helden die Ehre zu erweisen. Viele von ihnen sind nicht das erste Mal bei einem STONES-Konzert (der inoffizielle Rekord liegt bei 41 Mal). Mit »Jumping Jack Flash« läuten die Greatest-Hits-Parade ein. Laut, bombastisch, effektgeladen. Die Luft vibriert. Auch der Boden. Erinnerungen an Seattle. King Dome. Mein erstes Mal mit den STONES. Paar Jahre früher. Schon im ersten Lied langen die Pyrotechniker ordentlich zu, während auf einer riesigen Leinwand abwechselnd Live-Aufnahmen und Video-Collagen aus früheren Zeiten zu sehen sind. Doch es ist nicht der Vorsprung durch Technik, der dafür sorgt, dass auf der Bühne und im Stadion das Energielevel steigt. Es sind die vielen Alt- und Neusteine (darunter das Tier am Bass…