Archiv für

Munich in Motion

Veröffentlicht in 31. Januar 2013

Der Fotograf Greg Kiss hat von September 2012 bis zum 1. Januar 2013 über 25.000 Fotos der bayrischen Landeshauptstadt München geschossen und herausgekommen ist dieses schöne Timelapse Video mit dem Titel “Munich in Motion“. Der Track zum Clip heisst “First Day” von The American Dollar. Wunderbarer Film. Wunderbare Musik.

Nutze, pflücke den Tag

Veröffentlicht in 11. Januar 2013

“Ich feiere jeden Tag Geburtstag“ grinst er mich schelmisch wie ein kleiner Junge an. Sein zufriedenes Lächeln ist echt und lebendig. Wie überhaupt der ganze Mann vor Energie und Vitalität strotzt. Ich frage nach: „Wie, du feierst jeden Tag Geburtstag?“ Nur langsam verstehe ich was er meint. Er erklärt: „Hör mal, es ist nicht selbstverständlich in meinem Alter, dass ich noch lebe!“ Er ist 98 Jahre alt und ich weiß, die meisten seiner Freunde und die Familienmitglieder seiner Generation sind alle schon gestorben. “Ich feiere jeden Tag Geburtstag.“ Diese Haltung beeindruckt mich. Jeden neuen Tag wendet er sich bewusst dem Leben zu. Ich weiß, dass er Schmerzen hat, dass er in seinem Körper deutlich die Spuren des Alters spürt. Trotzdem ist er dankbar und…

Unerhört schon

Veröffentlicht in 2. Januar 2013

An einer U-Bahn-Haltestelle in Washington DC steht an einem kalten Januarmorgen 2007 ein Mann mit einer Violine. Er spielt Bach, auch Schubert.

Während dieser Zeit kommen im morgendlichen Berufsverkehr Hunderte von Menschen an ihm vorbei. Es dauert ein paar Minuten, bis der erste Passant den Geiger bemerkt. Er verlangsamt seinen Schritt für ein paar Sekunden. Aber er unterbricht seinen Weg nicht. Kurz darauf wirft eine Frau den ersten Dollar in den Hut des Musikers, aber auch sie bleibt nicht stehen. Ein junger Mann hält kurz inne, um zuzuhören. Aber ein Blick auf seine Uhr treibt ihn an weiterzugehen. Dann nähert sich ein etwa dreijähriger Junge. Er möchte stehen bleiben, aber seine Mutter zieht ihn an ihrer Hand weiter. Das Kind schaut im Gehen zurück, will der Musik weiter zuhören. Die Mutter treibt es an. Wie dieser Junge verhalten sich einige Kinder, aber ausnahmslos drängen ihre Eltern sie zur Eile.
Der Geiger spielt, ohne abzusetzen. Insgesamt sechs Menschen bleiben vor ihm stehen und hören ihm kurze Zeit zu. Vielleicht 20 Vorübergehende werfen ihm eine Münze in den Hut.
Nach einer knappen Dreiviertelstunde beendet der Geiger sein Konzert. Es wird still. Niemand nimmt davon Notiz, niemand applaudiert. 32 Dollar sind zusammengekommen.
Der Violinist war Joshua Bell, einer der besten Musiker der Welt. Er spielte unter anderem eines der komplexesten und schwierigsten Musikstücke, die jemals geschrieben wurden: die „Chaconne in d-Moll“ von Johann Sebastian Bach. Die Geige, die er dafür verwendete, war 3,5 Millionen Dollar wert.
Zwei Tage davor hatte Joshua Bell vor einem ausverkauften Haus in Boston das gleiche Konzert gegeben. Die Karten für dieses Ereignis kosteten durchschnittlich 100 Dollar.
Sein Auftritt in der U-Bahn-Station war ein Experiment. Die Zeitung „Washington Post“ hatte es in Auftrag gegeben. Die Redaktion interessierte die Frage, ob Menschen Schönheit auch in einem ganz alltäglichen Umfeld wahrnehmen. Ob wir die Besonderheit einer Situation in einem unerwarteten Kontext erkennen. Und ob wir uns in unserem routinierten Tagesablauf vom Augenblick berühren lassen.

Quelle: der ANDERE ADVENT 2012/13

Brötchen oder Brot

Veröffentlicht in 1. Januar 2013

Überraschend und einfach lustig. Der Comedian Johann König in seinem „Glanzstück“ über die Volkskrankheit über die man sich ja nicht lustig machen soll und kann und darf. Und wie sagt er noch gleich – aber „Wir sind das Volk“. Humor ist wenn man trotzdem lacht und es ist einfach köstlich sich diesem Thema mal ganz anders anzunähern. Knapp 3 Minuten pures Vergnügen.